Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?), um 1533

Sofort fühlen Sie sich taxiert. Noch bevor sich Ihre Augen in den Einzelheiten des Porträts verlieren können, sind Sie in den Bann dieses Bildes gezogen. Denn die Dame scheint – wie auch ihr Schoßhund – auf Ihre Anwesenheit zu reagieren. Sie sind nicht mehr nur Betrachter, sondern selbst ins Blickfeld der Dargestellten geraten. Diese Spannung erzeugt eine emotionale Verbindung. Dabei ist die im quer zum Betrachter stehenden Sessel sitzende Dame äußerst distanzgebietend. Ihren herausragenden gesellschaftlichen Rang demonstrieren das teure leuchtend rote Kleid und der kostbare Schmuck; Bücher, Gebetskette, Schoßhund und würdevolle Haltung verweisen auf Bildung, Frömmigkeit, Sittsamkeit.

Dieses Frauenideal veredelt der Maler zusätzlich durch die klare, gleichseitige Dreieckskomposition, deren horizontale Basis der auf der Lehne aufliegende Unterarm der Dame ist. Die Rundnische wiederum schafft einen ruhigen Hintergrund rund um Gesicht und Oberkörper. Wie ein Fotograf nutzt der Künstler dabei das Streulicht der Nische wie der Bluse, um die Schattenpartien des Gesichts sensibel aufzuhellen.

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Pappelholz
89,8 × 70,5 cm
Inv.-Nr. 1136

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