Blind Window No. 2, 2000

Die Fotos des Kanadiers Jeff Wall sind eine radikale Gegenposition zum Direktheit und Unmittelbarkeit vermittelnden Schnappschuss. Seine Kompositionen werden über Wochen und Monate akribisch konzipiert und inszeniert, oft auch am Computer nachbearbeitet.

Mit dieser Perfektion kommt Wall einem geradezu „altmeisterlichen“ Ethos nahe. Tatsächlich zählen neben den Fotografen Eugène Atget und Walker Evans vor allem klassische Maler zu seinen Vorbildern – etwa Brueghel, Velázquez, Delacroix oder Manet. Die „selbstleuchtende“ Lichtbox lädt zum Nachdenken über die Möglichkeit der fotografischen Raumillusion ein. Normalerweise, so Jeff Wall, sei ein Bild der Darstellung des Raums gewidmet, der sich von seiner Oberfläche nach hinten verlängere. Die Oberfläche sei eine Schwelle. So ähnelt der Blick auf ein Bild dem Blick durch ein Fenster. Blind Window versinnbildlicht diese Schwelle, indem uns der Blick durchs Fenster verwehrt wird. Das Licht prallt von der Wand ab, die Tiefe ist versperrt.

© Jeff Wall


Großbilddia in Leuchtkasten
148 × 185 × 24 cm
Inv.-Nr. DZF 202
DZ BANK Kunst Sammlung im Städel Museum

Digitale Sammlung