Der Evangelist Markus, um 1448–51

Dieses Leinwandbild ist eines der wenigen erhaltenen frühen Werke des Andrea Mantegna, der zu den wichtigsten und einflussreichsten Künstlern der italienischen Frührenaissance zählt. Die Darstellung des heiligen Markus weist all jene Merkmale auf, die bereits die Zeitgenossen an Mantegna lobten und schätzten: Das Bildnis ist klar umrissen und die Figur wirkt außerordentlich körperlich. Ganz im Sinne seiner Zeit hat sich der Maler bei der Gestaltung von Architektur und Wanddekoration an antiken Vorbildern orientiert.

Wenn Sie das Bild heute betrachten, dann führt es den Blick – vor allem durch die Fensterlaibung – direkt in die Bildmitte. Der Evangelist steht Ihnen also genau gegenüber. Als der Maler aber damit begann, hatte er es für eine Schrägansicht von rechts konzipiert. Mit dem bloßen Auge können Sie das zum Beispiel an der Unterseite des Rundbogens erkennen. Der war ursprünglich nicht gleichmäßig, sondern perspektivisch so verzogen, dass der Evangelist etwas links von Ihnen durch die Öffnung zu blicken schien. Das deutet darauf hin, dass Mantegna ursprünglich noch weitere Figuren, wohl die anderen Evangelisten, in eigenen Bildern um Markus gruppieren wollte. Offenbar platzte dieser Auftrag jedoch, und Mantegna arbeitete das Bild ganz pragmatisch einfach um.


Leinwand
81,1 × 63,6 cm
Inv.-Nr. 1046

Digitale Sammlung

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