Der Triumph der Religion in den Künsten, 1829–1840

Overbeck wollte zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Rad der Kunst um dreihundert Jahre zurückdrehen. Schon an der Wiener Kunstschule war ihm das Klima zu unchristlich. Deshalb ging er mit Gleichgesinnten nach Rom, um dort eine altdeutsche bzw. durch die italienische Renaissance inspirierte, rein christliche Malerei wiederauferstehen zu lassen. Das gelang. Die Gruppe von Malern, genannt die Nazarener, fand erhebliche Beachtung. Manche hielten Overbeck für den „bei weitem größten Künstler, der je lebte“. Einige Maler aus dieser Gemeinschaft, z. B. Schadow, bekamen Schlüsselstellen an deutschen Akademien, auch am Städel, wo Philipp Veit zwischen 1830 und 1843 Direktor war. Dieses riesige Bild – eines der größten in der Sammlung überhaupt – wurde von der Administration des Städel bei Overbeck in Auftrag gegeben. Es illustriert Overbecks Programm: An die hundert Künstler sind um den Brunnen des Lebens versammelt, ferner biblische Gestalten, Kaiser und Papst, Mönche als Erzieher – und über allen thront die Mutter Gottes.

Typisch für die Nazarener ist die gedeckte Farbigkeit; Gegenstände und Figuren sind in klaren Konturen gefasst. Das Gemälde führte direkt nach seiner Ankunft in Frankfurt zu einem öffentlichen Streit zwischen Befürwortern und Kritikern.

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Öl auf Leinwand
392 × 392 cm
Inv.-Nr. 892