Die Blendung Simsons, 1636

Die Darstellung ist großartig und schrecklich zugleich – und eines der Hauptwerke Rembrandts. Eine Geschichte aus dem Alten Testament: Simson besaß unbesiegbare Kräfte, und nur er wusste, dass die Ursache dafür in seinem seit der Geburt ungeschnittenen Haar lag. Seine Geliebte Delilah verlangte als Liebesbeweis, dieses Geheimnis zu erfahren. Letztlich aber war die Forderung ein tückischer Verrat, hatten ihr doch die Philister ein Vermögen dafür geboten. Rembrandt schildert nun den Moment, in dem Delilah Simson die Haare abgeschnitten hat, und in dem sich ihre Komplizen über den geschwächten Helden hermachen, um ihn zu blenden.

Aber warum wirkt dieses Bild so ungeheuer dramatisch? Rembrandt malt die Sekunde der größten Grausamkeit, den schnellen Stich ins Auge. Alle Figuren sind in Aktion. Auch das Opfer ist bis in die Zehen angespannt. Die ganze Szene findet in einem höhlenartigen Raum mit grellem Lichteinfall statt – die starken Licht-Schatten- Kontraste unterstreichen den gewaltvollen Moment und fördern die besondere Theatralik des Bildes. Das ikonografisch innovative Bild entstand ohne Auftrag, nur aus künstlerischem Ehrgeiz. Es zeigt die Grausamkeit in ihrer ganzen Wucht – was den Betrachter bis heute verstören kann.


Leinwand
206 × 276 cm
Inv.-Nr. 1383

Digitale Sammlung

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