Die Heiligen der Familie Crotta, um 1750

Tiepolo malte, um zu beeindrucken – monumental, theatralisch und mit immenser koloristischer Kraft. Seine Wandmalereien und Gemälde für Villen, Paläste und Kirchen hatten oft den Zweck, die gesellschaftliche Stellung seiner Auftraggeber zu untermauern.

Dieses Gemälde schuf er für Giovanni Antonio Crotta, der damit sein Ansehen bei den Patriziern von Venedig erhöhen wollte – seine Familie war lediglich aus Bergamo zugezogen. Dargestellt ist eine über 1000 Jahre zurückreichende Familienlegende. Zu den Urahnen der Crotta zählte die heilige Grata. Begleitet von den Märtyrern Fermus und Rusticus sucht sie hier ihre heidnischen Eltern auf, um sie zum Christentum zu bekehren. Dabei zeigt sie ihrem Vater das auf dessen Befehl abgeschlagene Haupt des heiligen Alexander, aus dem nicht Blut fließt, sondern wundersamerweise Blumen sprießen. Dies überzeugt den Vater, und die Christianisierung Bergamos beginnt. Tiepolo inszeniert diese Familiengeschichte wie ein biblisches Ereignis, in einer antikisierenden Prunkarchitektur, vor der sich die leuchtenden Gewänder der Figuren wirkungsvoll abheben. Die Ambitionen der Crotta werden heute kaum noch beeindrucken. Doch was zweifellos bleibt, ist die Bewunderung für die meisterliche Malerei Tiepolos.

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Leinwand
194 × 318,5 cm
Inv.-Nr. 1441