Die Krocketpartie, 1873

Die Krocketpartie ist eines der wenigen Werke Manets, das in der skizzenhaften Malweise den stilistischen Mitteln des Impressionismus besonders nahe kommt. Gezeigt wird die beliebte wie zwanglose Freizeitbeschäftigung des Krocketspiels – ein offenbar glücklicher Lebensmoment, doch keineswegs ein zufällig entstandenes Augenblicksbild. Die dargestellten Figuren sind wohlkomponiert im Raum und allesamt konkret identifizierbar: Es sind Manets Malerkollege Alfred Stevens, sein Freund Paul Roudier sowie die Modelle Alice Lecouvé und Victorine Meurent. Letztere war als hüllenlose Olympia und als Akt im Skandalbild Frühstück im Freien in der Kunstwelt bereits bekannt. Beim Krocketspiel aber folgt sie der bürgerlichen Mode des eng geschnürten Korsetts und des in vielen Schichten umhüllenden Kleides – wohingegen sich die Männer während des Spiels betont lässig geben.

Vielleicht kann man in diesem Bild auch einen subtilen Protest gegen die Enge des Bürgertums sehen, wenn nicht einmal beim geselligen Miteinander die Geschlechter annähernd gleichberechtigt in Erscheinung treten.


Öl auf Leinwand
72,5 × 106 cm
Inv.-Nr. SG 1478
Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e. V.

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