Erstes Mauerbild, 1977

Rainer Fetting gehört zu den Westberliner Künstlern, die mit ihrer harten, grellen Malerei einen völlig neuen Ton in die Malerei der späten 1970er- und 1980er-Jahre brachten und sich dabei in ganz eigener Weise auf den Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts bezogen.

Schon bald werden Maler wie Fetting, Salomé und Helmut Middendorf als „Neue Wilde“ bezeichnet. Fetting wählt als eines seiner zentralen Motive die Berliner Mauer – hier den Abschnitt an der Zimmerstraße. Den Himmel malt er mondgelb, komplementär zum violetten Nachtblau des Mauerwerks. Durch die großflächige und vereinfachende Malweise wie auch durch den starken Schlagschatten spricht aus dem menschenleeren städtischen Nachtbild eine Mischung aus Zynismus und Melancholie, mit der Fetting ein neuer, irritierender Blick auf das geteilte Berlin gelingt: halb bunte Folklore, halb fehlfarbiger Schrecken.

Weitere umfangreiche Informationen zum Werk, darunter Texte, Audiodateien oder Webfilme, finden Sie in unserer Digitalen Sammlung.

© Rainer Fetting


Tempera auf Leinwand
160 × 190 cm
Inv.-Nr. 2332