Green-Violet Center, 1943

Stille, Zeitlosigkeit und Konzentration. Kräftig grüne und leuchtend violette Bildelemente schweben strahlend im Zentrum eines dunklen Grundes. „Das Ziel der Kunst ist Kunst als Kunst“, erklärt Ad Reinhardt lakonisch. An einer wechselseitigen Durchdringung von Kunst und Leben – Ziel vieler Avantgardisten – ist er nicht interessiert.

Das frühe Gemälde „Green-Violet Center“ konstruiert er als Bild im Bild. Ein zweiter gemalter Rahmen grenzt die bunte Struktur in der Mitte ab; diese scheint einen Einblick in ein geheimes Leben hinter der ersten Ebene des Bildes zu gewähren. Oben und unten schließt eine dunkle, fast Ton in Ton gemalte Struktur an. Sukzessive gibt die Dunkelheit Farbzeichnungen frei. Piet Mondrian ist für Reinhardt die zentrale Bezugsfigur. Die Brick Paintings aus den 1940er-Jahren, zu denen auch Green-Violet Center gehört, sind angelehnt an die Plus-Minus-Bilder Mondrians. Horizontale und vertikale Striche respektive Bildelemente stoßen darin aufeinander. Verbindendes Prinzip ist eine neutralisierende, geschlossene Komposition, die zum Ausgleich der einzelnen Elemente, sprich zur vollkommenen Harmonie führt.

© VG Bild-Kunst


Öl auf Leinwand
100,3 × 50,8 cm
Inv.-Nr. 2344
Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e. V.