Johann Wolfgang von Goethe, 1982

Andy Warhol begann 1962, Pressefotos von Berühmtheiten wie Marilyn Monroe und Elvis Presley im Siebdruck zu reproduzieren. Die Porträt- Siebdrucke ziehen sich bis zuletzt durch sein Werk, wobei die „Promis“ aus allen Lebensbereichen stammen – aus Musik, Kunst, Politik, Wirtschaft, Sport oder der Produktwelt (Campbell Soup, BMW, Mercedes).

Sein Atelier bezeichnete Warhol zu Recht als Fabrik, denn er betrieb die serielle Fertigung mit großem Mitarbeiterstab. Damit orientierte er sich nicht mehr an den klassischen Künstlereigenschaften wie Originalität, Authentizität oder Einzigartigkeit. Seine durch die Medien bereits bekannten und vielfach multiplizierten Bildvorlagen verfremdete er durch den Einsatz poppiger Farben und plakativer Verflachung. Wer Warhols Porträts betrachtet, darf sich stets fragen, durch wen und warum die Bilder so prominent wurden. Das weltweit berühmteste Goethe-Bildnis von Tischbein sah Warhol bei seinem Besuch im Städel – und als Inbegriff der deutschen Kultur fand es umgehend Eingang in Warhols Kosmos. Denn auch für den Dichterfürsten der Klassik gilt: Die Bekanntheit an sich wird zur Botschaft.

Weitere umfangreiche Informationen zum Werk, darunter Texte, Audiodateien oder Webfilme, finden Sie in unserer Digitalen Sammlung.

© Andy Warhol


Siebdruck und Acryl auf Leinwand
200 × 210 cm
Inv.-Nr. LG 73
Commerzbank AG, Frankfurt am Main