Kastanienallee im Jas de Bouffan, 1880er Jahre

Der „Jas de Bouffan“, ein ländliches Anwesen aus dem 18. Jahrhundert am Rand von Aix-en-Provence, war seit 1859 im Besitz der Familie des Künstlers. Cézanne hielt sich gern in dieser Gegend auf, arbeitete in einem dort eingerichteten Atelier und später im Umland der Montagne Sainte-Victoire. Bereits seit Mitte der 1860er Jahre waren Landhaus und Garten häufig Motiv seiner Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle. Die strenge, symmetrische Ordnung der Kastanienallee greift Cézanne in seiner Komposition auf und gibt dem vertrauten Anblick durch die charakteristischen Möglichkeiten des Aquarells einen klassisch anmutenden und zugleich zeitgemäßen Ausdruck. Die intensive Wahrnehmung von Natur scheint Cézanne in diesem Werk den bildnerischen Gesetzen von Fläche und Raum, von Linie und Farbe unterworfen zu haben. Von leicht erhöhtem Blickpunkt aus, oberhalb eines seitlich angeschnittenen Brunnens, beschreibt Cézanne die architektonisch wirkende Reihung der in steinernem Grau gehaltenen Baumstämme. Über diesem ausgewogenen geometrischen Gefüge breitet der Künstler in rhythmisiertem Farbauftrag, der immer wieder auch das Papier durchscheinen lässt, die voluminösen Baumkronen aus und bestimmt so den eigentlichen Bildraum.

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Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK


Aquarell und Bleistift auf geripptem Bütten
310 x 470 mm

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