Landschaft mit Christus, der Maria Magdalena erscheint („Noli me tangere“), 1681

Maria Magdalena will zusammen mit zwei anderen Frauen den Leichnam Jesu salben, doch das Grab ist leer. Plötzlich sieht sie einen Gärtner, in Wahrheit der auferstandene Jesus. Sie erkennt ihn und will ihn berühren, doch Jesus weist sie zurück: „Noli me tangere“ („Berühre mich nicht“).

Diese Bibelszene ist oft gemalt worden. Lorrain fügt sie – er ist da schon fast 80-jährig – in ein großes Landschaftspanorama ein. Niemanden kann das wundern, denn Lorrain war immer ein Maler des weiten Blicks über Täler, Hügel und Meere. Seine Landschaften sind nie menschenleer, doch spielen Figuren nur eine Nebenrolle – gelegentlich ließ er sie sogar von einem Assistenten ausführen. Lorrain schuf sich eine eigene Welt aus realitätsnahen und trotzdem künstlichen Landschafts- und Architekturmotiven, in denen er für ideale, klassische Schönheit sorgen konnte. Das sensibel behandelte Bildlicht gibt seinen Gemälden Raum und Atmosphäre. So wirken seine Landschaften einerseits majestätisch und erhaben, andererseits poetisch, ruhig und idyllisch. Dieses Bild, in dem er die weite Landschaft mit einer biblischen Geschichte verbindet, dürfte seinerzeit eine einzigartige Mischung aus Fern-Sehnsucht und frommen Gefühlen hervorgerufen haben.

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Leinwand
84,9 × 141,1 cm
Inv.-Nr. 1479

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