Madonna mit Kind, 1367

Unter der Madonna steht, wer sie gemalt hat: Barnaba da Modena, in Genua 1367. Die Darstellung war die Mitteltafel eines mehrteiligen Altarbildes und eines der ersten Bilder, die der Maler signierte. Er war zu Recht stolz auf sein Werk: Bis heute gilt es als eines der bedeutendsten oberitalienischen Gemälde aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Warum bedeutend? Zunächst sehen Sie eine traditionelle religiöse Malerei im italienisch-byzantinischen Stil – freilich besonders virtuos ausgeführt. Achten Sie zum Beispiel auf die eleganten Bögen in den Faltenlinien, die dem Bild fast einen 3-D-Effekt geben. Doch nicht nur die Kunstfertigkeit und das strahlende Gold faszinieren, denn Barnaba gönnte den himmlisch-heiligen Gestalten auch etwas irdische Menschlichkeit. Man spürt Intimität und Mutterliebe. Und Jesus zahnt gerade – das Amulett aus roter Koralle entspricht einem heutigen Beißring. Zudem fasst er sich wie ein ganz normales Kind an den Fuß. Mit diesen Details öffnete das Bild den Weg für eine neue Wahrnehmung von Mensch und Göttlichkeit und weist damit schon in die Renaissance.

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Pappelholz
117,8 × 86,2 cm
Inv.-Nr. 807

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