Nürnbergerin und Venezianerin, um 1495

In dieser Skizze liegt etwas Humor. Die zwei Frauen aus unterschiedlichen Regionen Europas gehen einträchtig nebeneinanderher und beäugen sich dabei gegenseitig mit großer Neugier.

Dürer wollte das Typische einer Nürnbergerin (links) und einer Venezianerin festhalten, aber es gelang ihm weit mehr als nur eine Kostümstudie. Beide Frauen sind vornehme Damen – Dürer stellt also dar, wie „man“ sich in Nürnberg beziehungsweise Venedig adäquat anzieht und gibt. Die Nürnbergerin wirkt eher bescheiden und bodenständig. Die Venezianerin trägt hingegen ein Kleid aus feinstem Gewebe und auffälligen Schmuck. Viel lässt sich erzählen mit wenigen Strichen – sehen Sie die zwei Haarsträhnen, die im Wind flattern?

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Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK


Feder, Graubraun, auf Bütten
245 × 159 mm
Inv.-Nr. 696