Organische Struktur, 1962

Malerei mit Nägeln – so könnte man das Werk bezeichnen: Der Künstler hämmert in die mit grundierter Leinwand bespannte Holzplatte eine spiralförmige Struktur aus Nägeln. Durch die Ausrichtung der Nägel und die Wechselwirkung von Licht und Schatten entsteht eine ganz eigene Dynamik. Derartige Nagelbilder entstanden erstmals 1956/57 – 1962 dann die zwölfteilige Reihe der organischen Strukturen.

Die Komposition der materialsichtigen Nägel ist ebenso mit Bedacht gewählt wie deren dunkle Hintergrundbemalung. Mit dem Nagel die Bildoberfläche zu öffnen, das Bild in die dritte Dimension des Raumes zu erweitern und dem sich verändernden Licht eine wesentliche Rolle für die Wahrnehmung des immer wieder neu entstehenden Bildreliefs zu geben – derlei Themen wurden in der von Uecker 1961 mitbegründeten Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO verhandelt. Sie betrachteten die physikalischen und optischen Bedingungen und damit die Wahrnehmung selbst als wesentlichen Faktor ihrer Kunst.

Weitere umfangreiche Informationen zum Werk, darunter Texte, Audiodateien oder Webfilme, finden Sie in unserer Digitalen Sammlung.

© VG Bild-Kunst, Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK


Nägel und Öl auf Leinwand auf Holz
110 × 110,2 cm
Inv.-Nr. SG 1241