Stillleben mit Rebhuhn und Birne, 1748

Wenn man so malen könnte! Immer wieder haben spätere Maler die Kompositionen und die Malweise Chardins studiert, unter ihnen Manet, Cézanne, Matisse, Braque und Lucian Freud. Dabei besaß der Sohn eines Pariser Tischlermeisters selbst keine klassische Künstlerausbildung und war, anders als viele seiner Zeitgenossen, nie zum Studium der klassischen Malerei nach Italien gereist.

Das vorliegende Werk enthält vieles, was seinen Rang begründet hat, in besonders reiner Form. Zunächst ist typisch, wie Chardin unspektakuläre Motive in großartige Bilder verwandeln konnte – Rokoko-Spielereien, dramatische Szenen oder allegorischer Tiefsinn haben ihn nie interessiert. Sondern eben das, was Sie hier sehen: ein ruhiges Gemälde ohne Effekte oder vordergründige Symbolik. Es sind die malerischen Mittel selbst, die begeistern – die Harmonie der fein abgestuften Farben, das weiche Licht, die sorgfältige Ausgewogenheit zwischen Hell und Dunkel, die schlichte Komposition und vor allem der Pinselstrich: Von Nahem wird die individuelle Handschrift des Malers sichtbar. Sie verschwindet aber, wenn man das Bild im Ganzen betrachtet. Falls das für Sie nach schnellem Malen aussieht, täuschen Sie sich: Chardin arbeitete extrem langsam; die Auftraggeber litten unter langen Wartezeiten.


Leinwand
39,2 × 45,5 cm
Inv.-Nr. 2129
Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.

Digitale Sammlung

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