Stillleben mit Saxofonen, 1926

Max Beckmann leitete seit 1925 ein Meisteratelier an der Städelschule. Im Februar 1926 begann er mit diesem Bild, doch erst fünf Monate später schloss er es ab. Dabei wirkt das Stillleben auf den ersten Blick rasch gemalt, fast etwas grob und ungenau. Doch lassen Sie sich nicht täuschen. Beckmann hat sich intensiv mit dem Sujet beschäftigt und es subtil durchdacht, sodass es sich – typisch Beckmann – kaum ganz entschlüsseln lässt. Schon das Format ist eine konzeptionelle Entscheidung.

Beckmann brauchte die Breite, um wichtige Gegensätze wirksam werden zu lassen, so beispielsweise links die warme Lichtstimmung, rechts die deutlich kältere. Den Jazz wiederum, der eigentlich das Thema des Gemäldes ist, begreift Beckmann als Synthese von Spannungspolen – als Verbindung von Afrika und den USA, Mann und Frau, glühender Emotion und harter Rhythmik und natürlich von Hell und Dunkel. Wie ein alter Meister lasiert er die Wand im Hintergrund in mehreren Schichten, verdeckt das Schwarz mit Weiß und Gelb und erhält dadurch diese reizvoll schimmernde, „synthetische“ Textur. Das Bild kam bereits 1927 in den Besitz der Stadt Frankfurt.

© VG Bild-Kunst, Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK


Öl auf Leinwand
85 × 195 cm
Inv.-Nr. SG 1159

Digitale Sammlung