Study for Homage to the Square: High Autumn, 1957

Niemals endende Neugierde gepaart mit Beharrlichkeit ist zweifellos Grundvoraussetzung, um sich über 25 Jahre lang einer Aufgabe zu stellen: den Variationen des Quadrats.

Der Bauhausschüler und –lehrer Josef Albers hat dies in seiner amerikanischen Wahlheimat getan, wo er am einflussreichen Black Mountain College viele der zentralen Künstlerpersönlichkeiten der amerikanischen Nachkriegsavantgarde unterrichtete. Unter der ausschließlichen Verwendung industriell hergestellter Farben, deren technische Bezeichnungen er jeweils auf der Rückseite der Leinwand vermerkte, erprobte er in seiner Serie Homage to the Square die Veränderlichkeit in der Zusammenstellung mehrerer Quadrate unterschiedlicher Farbigkeit auf einem ebenfalls quadratischen Bildträger. Sie werden es gleich bemerken: Die Komposition der Quadrate erzeugt bei aller Flächigkeit eine überraschende tiefenräumliche Illusion, die sich je nach Ihrer Position immer wieder verändert. Mit der Wahl des Quadrats für Bildformat und Bildgegenstand blieb Albers der zentralen Form der Moderne – von Malewitsch bis Mondrian – verpflichtet; sein serieller Ansatz macht ihn jedoch zum Vorläufer der Minimal Art.

© VG Bild-Kunst


Öl auf Hartfaserplatte
55,9 × 55,9 cm
Inv.-Nr. ALH 6
Eigentum der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege

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