Wind I (David ), 2009

Hinten, verdeckt unter verschiedenartigen Materialien, ist er zu sehen: der namensgebende David Michelangelos. Der Inbegriff all der Schönheit und Kraft, die die Renaissance-Skulptur aufzuweisen hat. Doch der marmorne Heros entzieht sich, wird von der Künstlerin bewusst mit kunstfremden Materialien überlagert.

Wie vom „Wind“ – so der Haupttitel der Arbeit – zerpflückt, wirkt die Komposition, die sich aus durchsichtigen und verspiegelt-verdunkelten, teils farbig besprühten Plastikfolien zusammensetzt. Anstatt des ebenso klassischen wie abgegriffenen Schönheitsideals schlägt Isa Genzken einen neuen zeitgenössischen Begriff von Ästhetik vor. In ihrer Materialfülle tritt Genzkens Assemblage dreidimensional in den Raum ein, erobert eine eigene skulpturale Form. Durch die Gebrauchsästhetik der Industriematerialien legt sie einen Filter zwischen das klassische Kunstwerk und unsere Rezeption.

© Isa Genzken


Spiegelfolie, Plastikfolie, Fotografie, Sprühfarbe, Lack, Klebeband und Metall
198 × 300 cm
Inv.-Nr. 2343

Digitale Sammlung