Winterlandschaft bei Antwerpen mit Schneefall, 1575

Bei Antwerpen ist die Schelde 400 Meter breit. Ein solcher Fluss friert nicht oft zu. Doch als um die Mitte des 16. Jahrhunderts die „Kleine Eiszeit“ einen Höhepunkt erreicht hatte, geschah dies immer wieder, und der Winter wurde zu einem häufigen Thema in der niederländischen Malerei.

Der flämische – im Alter in Frankfurt tätige – Maler Lucas van Valckenborch weist hier dem Betrachter einen erhöhten Standpunkt zu, fast schon auf Augenhöhe mit den Vögeln in den Zweigen der Bäume. Vom Nahbereich links vorne staffelt sich der Raum nach rechts in die Ferne. Je nach Distanz variieren auch die Schneeflocken in ihrer Größe, Form und Dichte. Weit hinten ist die Silhouette der Handelsmetropole Antwerpen auszumachen. Das Wettererlebnis wird atmosphärisch dicht geschildert – zugleich führt uns der Maler auch ein Abbild seiner Gesellschaft vor Augen. Denn auf dem Eis treffen vornehme und einfache Menschen aufeinander, Müßiggänger und Arbeitende, Alt und Jung. Auch das Bild ist voller Gegensätze: Schnee und Eis werden dramatisch mit dem Feuer kontrastiert. Der Nutzen der wärmenden Flammen wird dabei ebenso vor Augen geführt wie die zerstörerische Kraft des Brandes. Unweigerlich wird der Betrachter gewahr, dass man auch auf dem Eis, auf dem sich die Menschen tummeln, ausrutschen kann.

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Eichenholz
61 × 82,5 cm
Inv.-Nr. 1857

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