Wintermondnacht, 1919

Kirchner hat bei diesem herausragenden Farbholzschnitt unter großem Aufwand alle Möglichkeiten dieser Drucktechnik genutzt. Er verwendete mehrere, jeweils unterschiedlich eingefärbte Druckstöcke und setzte diese passgerecht sowohl neben- als auch übereinander, sodass sich die Farben überlagern. Erst nachdem seine über 100 kg schwere Presse aus Berlin ins Schweizer Exil verbracht worden war, konnte der Künstler derart aufwendige Farbholzschnitte ausführen.

Der Schnitt entstand nach der Komposition eines Ölgemäldes, das er zuvor gemalt hatte. Übernatürlich wirken die Farben der Wintermondnacht, die Kirchner an einem Morgen in den Bergen vor seinem Haus beobachtet hatte.

Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK


Farbholzschnitt auf Velin
295 × 295 mm / 367 × 323 mm
Inv.-Nr. 65619