Zwei Frauen mit Waschbecken; Die Schwestern, 1913

Das 1913 entstandene Gemälde zeigt die Schwestern Erna und Gerda Schilling mondän zurechtgemacht im ersten Berliner Atelier des Künstlers an einer Waschschüssel. Gerda sitzt im rosa Kleid mit übereinandergeschlagenen Beinen wie drapiert da. Ihre weichere Physiognomie und ihre charakteristischen über den Ohren aufgerollten Haarschnecken unterscheiden sie von ihrer Schwester Erna, die ihre Hände gerade in eine runde Waschschüssel taucht.

Als Kirchner Erna und Gerda kennenlernte, arbeiteten sie als Tänzerinnen in einem Nachtlokal. Die maskenhaft geschminkten Gesichter mit dem auffälligen Wimpernkranz und den roten Lippen, die aufwendige, der damaligen Mode entsprechende Kleidung mit den großen, aufgestellten, leuchtend weißen Krägen finden ihre Entsprechung in Kirchners berühmten Berliner Straßenszenen mit Kokotten. Dass sich die beiden Frauen im Atelier des Künstlers und nicht etwa in einem Etablissement befinden, zeigen der rote Plüschsessel und die gescheckte Kissenrolle hinter Gerda, die auch in anderen Atelierszenen Kirchners auftauchen.


Öl auf Leinwand,
121 x 90,5 cm
Inv.-Nr. 2066
Eigentum Städelscher Museums-Verein

Digitale Sammlung

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