MARTINO DI BARTOLOMEO

Sieben Szenen der Stephanus-Legende:

Mischtechnik auf Pappelholz
Inv. Nr. 988-994

zur  Biographie

je ca. 75 cm
je ca. 60 cm

Die sieben Einzeltafeln sind Fragmente eines Vitenretabels von monumentaler Dimension, das im frühen 15. Jahrhundert wahrscheinlich für einen Stephanus-Altar in S. Agostino in Siena geschaffen wurde. Eine ganzfigurige Darstellung des Titelheiligen muss einst das Zentrum eingenommen haben, wie es der Tradition der Gattung entspricht. Hochformatige Vitenretabel kamen in Italien in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zunächst im franziskanischen Kontext auf und zeigten in der Mitte den Heiligen Franziskus, unten und zu beiden Seiten flankiert von erzählenden Szenen aus seinem Leben. In der Folgezeit fand dieser Typus auch für andere Heilige Verwendung, wobei das Werk im Städel bereits als ein sehr spätes Zeugnis dieser Tradition gelten kann. Der Sieneser Maler Martino di Bartolomeo war, wie die Stephanus-Legende belegt, ein talentierter Erzähler mit einer Vorliebe für anekdotische Details und bildfüllende Architekturkulissen, in und vor denen die Figuren agieren. In der Auswahl der Episoden liegt besonderes Gewicht auf Wunder- und Heilungsszenen wie etwa der Zerstörung der bemerkenswert antikisch dargestellten Götzenbilder. Den Abschluss des Zyklus bildet das direkt unter der einstigen Ganzfigur positionierte Martyrium des Heiligen, die Steinigung auf Veranlassung des Hohen Rates, die Stephanus zum ersten christlichen Märtyrer werden ließ. 

12345  Bewertung: (5.00)

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