SANDRO BOTTICELLI

Weibliches Idealbildnis (Bildnis der Simonetta Vespucci)

um 1480

Mischtechnik auf Pappelholz
Inv. Nr. 936

82 × 54 cm

zur  Biographie

Sandro Botticelli macht bei seinem um 1480 entstandenen, überlebensgrossen Brustbild einer jungen Dame durch die phantastische Ausstaffierung deutlich, dass es sich hier nicht um ein Porträt im engeren Sinn des Wortes handelt, sondern um ein Idealbildnis in der mythologischen Verkleidung einer Nymphe. Hierauf weist die üppige, reich mit Perlschnüren, Bändern und falschen Haarteilen ausstaffierte Haarpracht hin, die von einer federgeschmückten Agraffe bekrönt wird. Die im Profil dargestellte junge Frau trägt die Züge Simonetta Vespuccis, der früh verstorbenen Geliebten des Giuliano de’Medici. Anders als sein Bruder Lorenzo il Magnifico fiel Giuliano 1482 der Pazzi-Verschwörung zum Opfer. In den engsten Umkreis der Medici verweist übrigens auch der Anhänger ihres Halsschmucks: Er ist einer berühmten antiken Gemme nachgebildet, die sich in der Medici-Sammlung befand. Botticellis Kolossalbildnis war ursprünglich als Teil eines größeren Bilderzyklus, zu dem zumindest auch ein entsprechendes Bildnis des Giuliano de’Medici gehört haben dürfte, in die hölzerne Wandverkleidung im Prunkraum eines Florentiner Palazzo eingelassen.
12345  Bewertung: (5.00)

sagte:
Freue mich schon auf die Botticelli-Ausstellung im November 2009!
Geschrieben um: 22.05.2009 16:44
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