MEISTER DER VON GROOTESCHEN ANBETUNG

Altar des "Meisters der von Grooteschen Anbetung"

1516-1519

Öl auf Holz

zur  Biographie

114,6/90,5 x 84,8 cm (Mitteltafel im Originalrahmen)
99,5/91,8 x 42,2 cm (linker Flügel mit Originalrahmen)
100,4/92,7 x 42,8 cm (rechter Flügel mit Originalrahmen)

Der im frühen 16. Jahrhundert in Antwerpen tätige Anonymus ist einer der Hauptvertreter der sogenannten Antwerpener Manieristen, welche die niederländische Bild- und Maltradition durch die Aufnahme italienischen Bild- und Formengutes erneuerten. Märchenhafter Reichtum der Bilddetails und der malerischen Ausführung verbindet sich hier mit überbordender Erzählfreude, mit der die altbekannten Themen der Heilsgeschichte geschildert werden. Das nun in die Städel-Sammlung einziehende Triptychon ist das bedeutendste Gemälde des "Meisters der von Grooteschen Anbetung" und diente daher schon dem Gründervater der altniederländischen Kunstgeschichte, Max J. Friedländer, als Ausgangspunkt für die Rekonstruktion seines Œuvres. Das Mittelbild zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige vor einer Palastruine, die an den Palast König Davids in Bethlehem erinnern soll. Während die Figurenkomposition zur Gänze in der Tradition des niederländischen 15. Jahrhunderts steht, wird in den Architekturformen und in zahlreichen Schmuckdetails das neue Vorbild der italienischen Renaissance anschaulich. Die beiden Flügelbilder zeigen alttestamentarische Szenen, die typologisch auf das Geschehen bei der Königsanbetung vorausweisen: David erhält das Wasser aus Bethlehem und die Königin von Saba vor Salomo. Doch auch wenn die Bildthemen und die Triptychonform noch an die ältere religiöse Malerei anknüpfen, offenbart doch bereits der Umstand, dass die drei Tafeln gar nicht mehr als klappbares Triptychon montiert wurden, dass diese Gemälde neben ihrer traditionellen religiösen Funktion nun zunehmend auch die Rolle von Sammler- und Kunstkammerstücken zu spielen begannen – ein Phänomen, das für das frühe 16. Jahrhundert in den Niederlanden wie in Italien vielfach zu beobachten ist. Bei ihrem ersten Bekanntwerden im Jahr 1904 befanden sich die drei Tafeln im Besitz der niederrheinischen Adelsfamilie der Freiherrn von Groote, deren Name von Friedländer auch zur Taufe des Anonymus verwendet wurde. Im Besitz der Nachkommen der Freiherrn von Groote verblieben die Bilder auch, bis sie nun als großherzige Schenkung von Frau Dagmar Westberg ans Städel Museum gelangen.
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