PIETER AERTSEN

Marktstück mit Christus und der Ehebrecherin

1559

Öl auf Holz
Inv. Nr. 1378 (Erworben 1904 als Schenkung der Erben Karl Nikolaus Berg)

122 × 177 cm

zur  Biographie

Aertsens Marktszene gehört zu den Inkunabeln der niederländischen Stilllebenmalerei. Angesichts der Fülle der Waren übersieht der Betrachter leicht die neutestamentliche Szene mit Christus und der Ehebrecherin (Johannes 8,3–11). Diese ist jedoch der Schlüssel zum Verständnis der Bildbotschaft, die vor den sinnlichen Gefahren der Welt warnt. Besonders deutlich wird dies durch die Darstellung diverser Vögel in dem Warenangebot, umschrieb doch damals wie heute das Verb „vögeln“ im Niederländischen und Deutschen den Geschlechtsakt. Doch auch der direkte Blickkontakt der Marktweiber zum Betrachter signalisierte dem Zeitgenossen des Malers deren Schamlosigkeit und Begehrlichkeit.



Zur Schenkung des Werkes:
Karl Nikolaus Berg (1826?1887), Jurist und Notar, war von 1868 bis 1880 Bürgermeister seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Mit dem Oberbürgermeister Daniel Heinrich Mumm von Schwarzenstein (1818?1890) war er erfolgreich um einen Ausgleich und die Anpassung der geänderten Verhältnisse nach der Annexion der Freien Stadt Frankfurt durch Preußen bemüht. In seiner Amtsperiode wurde 1871 der Friede von Frankfurt geschlossen, der den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 beendete. Auch der Wiederaufbau des Doms sowie zahlreiche Neubauten u. a. der Eiserne Steg und das Frankfurter Opernhaus lagen in seiner Amtszeit. Die Erben von Karl Nikolaus Berg schenkten dem Städel Museum dieses Gemälde 1904.
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