HANS BOCK DER ÄLTERE
Venustanz (Detail)
um 1570/1580
Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 2233 (Erworben aus den Mitteln des Nachlasses Wirthle)
60 × 80 cm
Am Ausgang des 16. Jahrhunderts ist Hans Bock der bedeutendste Wand- und Tafelmaler in Basel, der gleichermaßen als Künstler wie als Begründer und Leiter eines Familienbetriebes die Kunstproduktion der Spätrenaissance in der Schweiz und darüber hinaus dominiert. Aus dem Elsass stammend und vermutlich in Straßburg ausgebildet, stellt er sich in Basel offenbar ganz bewusst in die Tradition des jüngeren Hans Holbein. Seine eigene Vorliebe gilt komplexen allegorischen Darstellungen, die er mit Elementen des internationalen Manierismus anreichert.
Das Thema des Venustanzes ist einzigartig und bislang nicht zufriedenstellend gedeutet. Gewiss ist, dass hier Bildtraditionen des Jungbrunnens, der Lebensalter des Weibes und des Tanzes um das Goldene Kalb amalgamiert werden. Die ungewöhnliche Bildidee passt sowohl zum Bock'schen Erfindungsreichtum als auch in die Gedankenwelt des Manierismus.
In dieser Stilepoche liegen dann auch entscheidende Anknüpfungspunkte, die das Bild mit der Sammlung des Städels verbinden und einen Ankauf wünschenswert erscheinen ließen: Für die ausgelassene Stimmung, die sich in Gesten und Bewegungen ausdrückt, lässt sich die Bordellszene des Braunschweiger Monogrammisten aus der Sammlung als Parallele heranziehen und für die Erotik der Aktdarstellung Hans Baldungs Hexentafel von 1523.











Das muss ja ein rauschendes Fest sein...!