JOHANN HEINRICH WILHELM TISCHBEIN

Goethe in der römischen Campagna

1787

Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 1157 (Erworben 1887 als Schenkung der Baronin Salomon von Rothschild)

164 × 206 cm

zur  Biographie

Es existieren unzählige zeitgenössische Porträts: der Dichter als Marmorbüste, als Ölbild, Aquarell oder als Schattenriss. Goethe hat sie allesamt nicht sonderlich gemocht, er fühlte sich weder in seiner Physiognomie noch in seinem künstlerischen Selbstverständnis je richtig getroffen. Haltung und Antlitz waren nach zeitgenössischer Meinung die Visualisierung von innerer Denk- und Gemütsbewegung, charakterlicher Anlage und Bildung. Dementsprechend muss Goethe in der Idealisierung seiner Züge eine optische Reduzierung seiner reichen Anlagen empfunden haben. Auch die Entstehung dieses lebensgroßen Konterfeis begleitet er mit Ironie, es sei „zu groß für unsere nordischen Wohnungen“. Das Bild kam 1887 in das Städel als Schenkung der Familie Rothschild, erlangte umgehend große Berühmtheit, avancierte zu dem am häufigsten reproduzierten, aber auch karikierten Abbild des Olympiers, bis es durch Andy Warhols grellfarbigen Siebdruck 1981 zur Ikone wurde. Bis heute prägt Tischbeins Goetheporträt unser Bild vom Aussehen es Dichters, trotz unübersehbarer formaler Mängel, trotz zweier linker Füße und verzogener Proportionen. Offenbar bedient es unsere Wunschvorstellung von der unnahbaren, melancholischen Überlegenheit des Genies.



Zur Schenkung des Werkes:
Baronin Salomon de Rothschild, auch bekannt als Adèle Hannah Caroline von Rothschild (1843?1922), lebte in Paris, als sie dem Städel 1887 dieses berühmte Bild vermachte. Ihr Ehemann, der Bankier Salomon James de Rothschild (1835?1864) war der Enkel von Amsel Mayer Rothschild (1744?1812), dem aus Frankfurt stammenden Begründer der Rothschild-Dynastie. Das Gemälde ist während einer Italienreise in den 1840ern in den Besitz der in Frankfurt und Neapel ansässigen Vorfahren Adèle de Rothschilds gekommen sein. Es hing zeitweilig im Bornheimer Landsitz Günthersburg der Rothschilds – dem heutigen Günthersburgpark.

 

Aktueller Hinweis
Vom 28. März bis zum 24. Juni 2013 ist das Gemälde im Louvre in der Überblicksausstellung "De l'Allemagne, 1800-1939. De Friedrich á Beckmann" zu sehen.

12345  Bewertung: (3.57)

TinKa sagte:
Genuss
Geschrieben um: 12.01.2011 14:11
TinKa sagte:
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Geschrieben um: 12.01.2011 14:11
Victor sagte:
y
Geschrieben um: 02.10.2008 23:36
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