CARL FRIEDRICH LESSING
Johann Hus zu Konstanz
1842
Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 901
308 × 455 cm
Dieses Bild polarisierte die Zeitgenossen: Für die einen war es die „Krone aller Gemälde“, für die anderen „eine gute Empfehlung für Motten und Wanzen“, für den ersten Städeldirektor Philipp Veit der Grund für seinen empörten Rücktritt. Nach einer Ausstellungstournee durch Deutschland wurde das monumentale Werk 1843 angekauft, um die realistische Malerei der Düsseldorfer Malerschule in Frankfurt bekannt zu machen. Lessing zeigt den böhmischen Prediger 1415 vor dem Konzil in Konstanz, standhaft seine Lehre verteidigend, die Hinrichtung als Ketzer vor Augen. Die katholisch orientierten Parteien waren entsetzt über diese Heroisierung eines Protestanten, die Befürworter lobten dagegen die einfühlsame Rekonstruktion des historischen Geschehens und die differenzierte Charakterisierung der Persönlichkeiten. Diese psychologisch eindringliche Schilderung eröffnet dem geschichtlichen Ereignis eine zeitlose Perspektive. In der politisch bewegten Epoche des deutschen Vormärz weckte das historische Exempel Emotionen und wirkte als Vorbild und Zukunftsvision.











