GUSTAVE COURBET

Die Woge

um 1869/70

Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 1433 (Eigentum Städelscher Museums-Verein e.V.)

63 × 92 cm

zur  Biographie

Wir kennen etwa sechzig Wasserwirbel, Flut- und Brandungsbilder, die Courbet alle zwischen 1865 und 1869 an der normannischen Küste geschaffen und im Atelier vollendet hat. Sie sind Ausdruck menschlichen Lebenskampfes und zugleich Symbol politischer Erneuerungshoffnung und Naturerfahrung. Schon bevor Courbet 1858/59 in Frankfurt arbeitete und dort große Wirkung entfaltete, hat er unter dem Epoche machenden Begriff „Le Réalisme“ 1855 in Paris eine eigene Ausstellung veranstaltet. „Die Malerei“, so befand der Künstler selbst, „soll ausschließlich in der Wiedergabe von Dingen bestehen, die der Künstler sehen und fühlen kann.“ Auch „Die Woge“ ist ein Zeugnis dieser neuen Wirklichkeitsauffassung und ein Meilenstein der Kunstgeschichte. Es fehlt in diesem Bild jede Spur eines Menschen, es ist kein Land in Sicht. Wir stehen einer entfesselten Naturgewalt gegenüber und können uns auf keinen fixen Standpunkt zurückziehen. Wir werden in die Brandung hineingezogen, und der Wellenkamm scheint über uns zusammenzubrechen. Gleichzeitig streift unser Blick über die Wasseroberfläche bis hin zum Horizont. Wir fühlen uns verlassen und ausgesetzt.


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