OTTO SCHOLDERER

Der Geiger am Fenster

1861

Öl auf Leinwand
Inv. Nr. SG 320

150 × 103 cm

zur  Biographie

Ein junger Musiker am Fenster: Scholderer hat ein Motiv der deutschen Romantik aufgegriffen, um seine künstlerische Position zu reflektieren. Nach Anfängen an der Städelschule erhielt er seine Prägung in Paris, wo er von 1857 an zwei Jahre im Kreis von Courbet und Fantin-Latour lebte. Die französischen Kollegen waren fasziniert von seinem Violinspiel, sie schätzten deutsche Musik, vor allem Schumann. Zurück in Frankfurt fand Scholderer kein Publikum für seine pastosen Stillleben- und Genreszenen. Isoliert kämpfte er für die Durchsetzung der Plein-air-Malerei und sehnte sich zurück nach Frankreich. Ein Grenzgänger blieb er Zeit seines Lebens, zu altmodisch für Paris und zu modern für Frankfurt.



Zur Schenkung des Werkes:
Der Kaufmann Martin Flersheim (1856?1935) war seit der Vereinsgründung 1899 bis zu seinem Tode im Vorstand des Städelschen Museums-Vereins. Die Familie Flersheim verfügte – nach den Worten des prominenten Hausgastes Harry Graf Kessler – über eine „umfangreiche, ziemlich bunte Bildersammlung“. Im Jahre 1900 tätigte Martin Flersheim seine erste Schenkung an den Museums-Verein: Carl Spitzwegs „Der Einsiedler vor der Klause". Das seit jeher beim Publikum beliebte Gemälde Otto Scholderers „Der Geiger am Fenster" hatte Flersheim 1902 bei der Versteigerung des Künstlernachlasses erworben. Bereits 1906 überließ er es zunächst als Leihgabe dem Städel, 1921 folgte dann die endgültige Schenkung.
12345  Bewertung: ()

Noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar hinzufügen

E-Card versenden


* Pflichtfeld

Absender:






Empfänger:








Nachricht:



Copyright © 2014 Städel Museum. Alle Rechte vorbehalten.