Größenvergleich

© The Estate of Francis Bacon / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Artothek

FRANCIS BACON

Studie für die Krankenschwester in dem Film "Panzerkreuzer Potemkin" von Eisenstein

1957

Öl auf Leinwand
Inv. Nr. SG 1248

198 × 142 cm

zur  Biographie

Im Mittelpunkt des Schaffens des Engländers Bacon stehen der isolierte menschliche Körper und dessen Verwundung und Verunstaltung. So ist es begreiflich, dass ihn die Filmszene der sterbenden, ins Auge geschossenen Kinderfrau aus Sergej Eisensteins 1925 zum Jubiläum der russischen Revolution von 1905 erschienenen Film „Panzerkreuzer Potemkin“ als Motivquelle interessierte. Als Vorlage verwendete Bacon eine Standaufnahme, die er mit malerischen Mitteln auf die Leinwand transformierte. Die Kinderfrau steht nicht mehr, wie im Film zu sehen, auf dem Absatz einer Treppe, sondern befindet sich schemenhaft unscharf, nackt, auf einer fragilen Schaukel sitzend und schreiend in einem zwangszellenartigen Gehäuse; die Brille hängt ihr zerbrochen von der Nase herab, während Blut aus ihrem Auge fließt. Bacon hat seiner Figur den räumlichen Halt und den Bezug zur Umwelt genommen, um den Gestus des Schreis, einem seit der Malerei des Barock tradierten Motiv, zu gewaltsamer Expressivität zu steigern. In Bacons Œuvre ist der um Schrei geöffnete Mund das dominante Motiv, um Schmerz, Leid und Schrecken zu evozieren.
12345  Bewertung: ()

Franky sagte:
Ich kenne kaum ein Bild, dass eine Wirkung auf mich hat wie dieses. Mir läuft es richtig kalt den Rücken herunter, so realistisch wirkt der Schmerz der dargestellten Person. Sie wirkt so hilflos, in der Luft hängend. Auch die verkrümmte Haltung ihres Körpers verstärkt ihr Leid.
Ein grauenhaft, aber auch bewundernswertes Bild.
Geschrieben um: 09.02.2009 14:52
Kommentare zu diesem Werk zeigen

Kommentar hinzufügen

E-Card versenden


* Pflichtfeld

Absender:






Empfänger:








Nachricht:



Copyright © 2014 Städel Museum. Alle Rechte vorbehalten.