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© Georg Baselitz

Artothek

GEORG BASELITZ

Kopf

1963

Öl auf Leinwand
Inv. Nr. SG 1267

100 × 64 cm

zur  Biographie

„Kopf“ gehört zu den Bildern der frühen 1960er-Jahre, die beginnend mit dem Werk „Große Nacht im Eimer“, 1963 (Museum Ludwig, Köln), in ihrer Ambivalenz von Provokation und Verletzlichkeit unter dem Einfluss des „Pandämonischen Mainfestes“ entstanden. Ähnlich wie in der Malerei fand auch in der Zeichnung und Graphik dieser Zeit eine formale Verdichtung der Motive statt, wie dies z. B. auch die Radierung „Kopf-Ohr“ von 1964 zeigt. Mit seinen frühen Arbeiten gehört Georg Baselitz zu den wichtigsten Malern einer Generation, die sich in der Reaktion auf die „Weltsprache Abstraktion“ der Fünfzigerjahre wieder auf den Gegenstand in der Malerei berief, ohne dabei das gestische Element zu verleugnen. „Kopf“ gehört in eine frühe Werkphase des Künstlers, die er später als „Pubertätsschlamm“ charakterisierte. Auch wenn er sich in den späteren Arbeiten von den durch den Malakt gewalttätig zerstörten Figuren distanzierte, die in besonderer Weise von seiner isolierten und exponierten künstlerischen Position in den Sechzigerjahren zeugen, ist die malerische Qualität der frühen Bilder ungebrochen. Mit dem Blick auf künstlerische Richtungen des 19. Jahrhunderts schafft sich Georg Baselitz ein Repertoire von figürlichen und gegenständlichen Themen, an denen er seine Auffassung von Malerei als einem Ringen um sinnliche Erscheinungswelten zum Ausdruck bringt. Mit der Zerstörung der Sujets löst er sich allmählich von Vorbildern und gelangt zu einer eigenständigen Darstellungsweise des Figürlichen, das ihm fortan als Träger für Formen und Farben dient.

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