PIERRE BONNARD
Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund
um 1909
Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 2158 (Eigentum Städelscher Museums-Verein e.V.)
60 × 65 cm
Der in Körperlichkeit und Hautoberfläche nahezu naturalistisch wiedergegebene weibliche Akt gehört zu den Hauptmotiven im umfangreichen Œuvre des französischen Malers, der 1890 die postimpressionistische Künstlergruppe „Les Nabis“ (Die Propheten) in Paris mitbegründete. Fasziniert von der japanischen Holzschnittkunst, die Bonnard und seine Künstlergenossen studiert haben, und von Paul Gauguin zeigt der Maler im enggefassten, indiskreten Bildausschnitt eine nackte auf dem Bett liegende Frau in ungewöhnlicher Perspektive, deren arabeske Körperkontur mit dem karierten Untergrund die Bildfläche ornamental organisiert. Hier wird deutlich, weshalb Bonnard als Pionier der modernen Plakatkunst gilt.
Zur Schenkung des Werkes:
1988 erhielt der Museums-Verein durch Dr. Karl und Sophie Binding seine bis dato höchste Einzelspende. Alfred Mauritz, damals Vorsitzender des Museums-Vereins, erinnerte sich in seiner Rede an den Stifter: „Es war ein freundlicher Vormittag; ich zeigte Ihnen die berühmtesten Bilder des Städel und öfters durfte ich erleben, wie Sie freudig alte bekannte Bilder begrüßten, an die Sie sich erinnerten aus Ihrer Jugendzeit hier in Ihrer Heimatstadt Frankfurt. Anschließend gingen wir auf den Hauptfriedhof zum bedeutenden Grab Ihrer Familie. Und als wir dann wieder gemeinsam ins Auto stiegen, schauten Sie mich freundlich an und sagten mir, dass Sie in Verehrung für das Städel und Ihre Heimat bereit wären, ein gute Million zu stiften.“











