LOVIS CORINTH

Carmencita (Bildnis Charlotte Berend-Corinth in spanischer Tracht)

1924

Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 2064 (Eigentum Städelscher Museums-Verein e.V.)

130 × 90 cm

zur  Biographie

„Das Bild entstand nach einem lustigen Abend. Das Fest in der Sezession hieß ‚Eine südliche Nacht’. Ich hatte mich als Spanierin gekleidet“, schreibt Charlotte Berend-Corinth kurz nach dem Tod ihres Mannes. 1924, kurz vor seinem Lebensende gemalt, schließt die fast lebensgroße „Carmencita“ die lange Reihe von etwa 80 Bildnissen ab, die Corinth von seiner 23 Jahre jüngeren Frau gemalt hat. Wichtiger als die figürliche Form ist Corinth der schnelle und heftige Farbauftrag, eine Manier, die er bis an die Grenzen der Erkennbarkeit des Sujets getrieben hat. Malerei wird sich hier selbst zum Thema. Der Betrachter muss sich hineinsehen und erkennt allmählich Details wie den Kopfputz, den Fächer oder den Kronleuchter im Hintergrund. In seinem Lehrbuch der Malerei von 1907 weist Corinth auf die Bedeutung des „Blinzelns“ hin, das er mit der Unschärfeeinstellung eines Fotoapparates vergleicht und das ermöglicht, die Figur als Hauptsache und die Umgebung in weichen Tonmassen wahrzunehmen. Neben Max Liebermann und Max Slevogt zählt Corinth zu den einflussreichsten Vertretern des deutschen Impressionismus, dessen Eigenwilligkeit des Modellierens in Schwarz- und Grautönen die „Carmencita“ charakterisiert.

12345  Bewertung: (3.50)

Hansito sagte:
Schön !
Geschrieben um: 02.07.2008 12:56
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