ERNST LUDWIG KIRCHNER
Stehender Akt mit Hut
um 1911
Öl auf Leinwand
Inv. Nr. SG 1168
196 × 65 cm
Fast lebensgroß präsentiert Ernst Ludwig Kirchner seine Geliebte Doris Große in seinem Dresdner Atelier: nackt – bis auf den großen Hut und die Schuhe. Nach seinen Worten war es die „Venus“ von Lucas Cranach d. Ä. von 1532 aus dem Städel Museum, die ihn zu diesem persönlichen Werk inspirierte. Ein ebensolches Idealbild der Frau strebte der Mitbegründer der Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ in diesem Akt an, in dem der Körper in das mit selbst gefertigten Möbeln und Textilien ausgestattete Atelier als universalem Lebensraum eingefügt ist. Gleich zwei Mal widmete sich Kirchner seinem „Akt mit Hut“. Die Grundfassung entstand um 1910 in Dresden. Nach dem Umzug in die Schweiz 1917 begann der Künstler mit Übermalungen der frühen Fassung, durch die er eine flächigere und glatte Körperoberfläche schuf. Zu diesem Zeitpunkt nahm er auch die weder kunsthistorisch noch biographisch zu haltende Rückdatierung des Gemäldes auf 1907 vor: ein Jahr also vor der epochalen Ausstellung der Werke des Franzosen Henri Matisse in Berlin.












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