WILHELM LEHMBRUCK

Sitzender Jüngling

1916/17

Steinguss
Inv. Nr. SGP 28 (Erworben 1917 mit Mitteln der Pfungst-Stiftung)

104 cm

zur  Biographie

Noch während des Ersten Weltkriegs erwarb das Städel Museum diese Plastik direkt vom Bildhauer selbst. Den stark überlängten, raumgreifenden und mit seinen schmalen Gliedern geradezu gerüstartig aufgefassten Typus hatte der Künstler in seinen Pariser Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entwickelt. Der Jüngling ist das letzte großfigurige Werk des depressiven Künstlers vor dessen Selbstmord. Sie war als Kriegsmonument konzipiert und wurde 1918 in Bronze gegossen. Doch seine als Existenzfiguren verstandenen Vertreter der turbulenten Gegenwart fertigte der Bildhauer auch in damals für die freie Kunst eingesetzten Materialien wie dem Steinguss (Zementguss).



Zur Schenkung des Werkes:
Am 4. Juli 1905 verstarb der Wormser Kaufmann Ludwig Josef Pfungst. Erst in seinen letzten Lebensjahren war er aus persönlichen wie politischen Gründen nach Frankfurt übergesiedelt. Nach seinem Umzug enterbte der kinderlose Junggeselle alle früher Begünstigten förmlich und setzte stattdessen die Stadt Frankfurt als Universalerbin seiner Kunstsammlung wie seines sich auf etwa 1 Million Mark belaufenden Vermögens ein. Dessen Zinsen sollten seinem Wunsche nach zum Erwerb von Gegenwartskunst dienen. Unter anderem dieses Testament führte zur Gründung der Städtischen Galerie, die sich seit 1907 im Städelschen Kunstinstitut befindet und sich vorwiegend der modernen Kunst widmet. Noch heute fördert die Pfungst-Stiftung das Museum.
12345  Bewertung: (5.00)

missmyga sagte:
beeindruckendes Werk...bedrückend, nachdenklich stimmend. Man fühlt mit der "person" mit.
Geschrieben um: 18.11.2010 16:44
Kommentare zu diesem Werk zeigen

Kommentar hinzufügen

E-Card versenden


* Pflichtfeld

Absender:






Empfänger:








Nachricht:



Copyright © 2014 Städel Museum. Alle Rechte vorbehalten.