© VG Bild-Kunst, Bonn 2013

KARL SCHMIDT-ROTTLUFF

Adorant

1917/18

Holz, farbig gefasst
Inv. Nr. St. P 417 (Erworben 1988 als Schenkung aus der Sammlung Hanna Bekker vom Rath)

38 cm

zur  Biographie

Eine Gottheit wird der mit Gesicht und Armen gen Himmel strebende Adorant wohl anbeten, doch eingeweiht in die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa entdeckte und in den Völkerkundemuseen aufbewahrte Kunst der Naturvölker hat Schmidt-Rottluff in der kultisch stilisierten Figur wohl selbst ein Idol darstellen wollen. Er schnitzte die kleine Holzfigur 1917/18 während seiner Stationierung als Soldat in Russland und hat sie später farbig gefasst. Über politische, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg gelang dem Mitgründer der Künstlergruppe „Die Brücke“ ein plastisches Werk, in dem sich der Ausdruckswille des Expressionismus und die Archaik außereuropäischer Artefakte verbanden.



Zur Schenkung des Werkes:
Die Frankfurterin Hanna Bekker vom Rath (1893?1983) war Malerin, zugleich engagierte sie sich für befreundete Künstler. Mit ihrem Mann Paul, Musikkritiker der Frankfurter Zeitung, kaufte sie 1920 ein Haus am Hofheimer Kapellenberg (Blaues Haus), das sich besonders während der Zeit des Nationalsozialismus zu einem Künstlertreff der Moderne entwickelte. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Hanna Bekker vom Rath die Leitung des Frankfurter Kunstkabinetts. Dort präsentierte sie u. a. Werke von Heckel, AJawlensky, Schmidt-Rottluff und Kirchner.

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