SAM FRANCIS
Red Spot / Roter Fleck
1953
Aquarell, Gouache auf Velin
Inv. Nr. SG 3360
35 × 27 cm
Der an der amerikanischen Westküste aufgewachsene Sam Francis studierte zunächst Psychologie und Medizin, bevor er, während einer jahrelangen Rekonvaleszenz nach einem Flugzeugabsturz im Dienst der U. S. Air Force, zu malen begann. Nach dem Kunststudium an der California School of Fine Arts zog es Francis 1950 in die anregende Atmosphäre des Paris der fünfziger Jahre. Für kurze Zeit arbeitete er an der Académie von Fernand Léger, schloss sich aber schon bald der Gruppe junger amerikanischer Maler um Jean-Paul Riopelle an. Mit Vehemenz trieben sie die Malerei an ihre Grenzen und fanden vor dem Hintergrund des amerikanischen »all over« eines Jackson Pollock zu neuen malerischen Formsprachen.
Von besonderem Einfluss für die Entwicklung von Francis war dabei seine Auseinandersetzung mit der Tradition der französischen Malerei, mit dem frühen Matisse, mit Cézanne, mit dem späten Monet und Bonnard. Ihre Farbigkeit und Formvorstellungen verband er mit der unendlichen Weite des so andersartigen amerikanischen Raumgefühls. Als »Amerikaner in Paris« nahm Francis 1952 an der von Michel Tapié initiierten Ausstellung »Signifiants de l’Informel« teil. Die malerische Verdichtung der frühen Kompositionen wird nach der späteren Begegnung des Künstlers mit der ostasiatischen Kunst und Gedankenwelt aufgebrochen. Sie weicht einem offenen, gleichsam befreiten Farbauftrag auf hell belassenen Flächen, so dass Bildräume von strahlender Farbigkeit und Energie entstehen. Letztlich ist das gesamte Werk von Sam Francis von einem poetisch anmutenden Nuancenreichtum im Umgang mit Licht und Farben geprägt.












