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© The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

EDVARD MUNCH

Die Gasse

1895

Lithographie mit Kreide und Tusche, Schabeisen, in Schwarz auf kalandriertem Velin
Inv. Nr. Inv. Nr. 66168; Vermächtnis Dr. Carl Hagemann 1948

43.5 × 32.3 cm

zur  Biographie

Wie eine traumhafte Vision wirkt das als Lithographie ausgeführte Motiv »Die Gasse«. Auf den ersten Blick scheint die zentrale weibliche Figur nackt zu sein. Am Körper kaum sichtbar ist der transparente Schleier, der sich erst über eine am Boden aufliegende Draperie erschliessen läßt. Die mädchenhafte Frau wird von einer keilförmig in die Tiefe geführten Phalanx aus knapp einem Dutzend stattlich in Schwarz gekleideter Herren regelrecht in den Vordergrund gedrängt. Sind die ihr unmittelbar zur Seite gestellten Personen noch als Individuen dargestellt, so erscheinen die übrigen Männer austauschbar, typisiert durch ihre Zylinder. Das Objekt ihrer Begierde ist dem Blick des Betrachters frontal ausgesetzt. Die Schrittstellung ebenso wie ihre uneindeutigen Armbewegungen beschreiben die junge Frau jedoch eher selbstbewusst handelnd als hilfesuchend.

In seiner mit schwarzer Kreide und Tusche gestalteten Lithographie gelingt Edvard Munch eine bildhafte Metapher, in der die sich prostituierende Frau in der Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts als auslösender Gegenstand und aktives Opfer der Lust charakterisiert wird.

Das Werk gehört zu einer Gruppe von Druckgraphiken Edvard Munchs, die 1948 mit dem Vermächtnis von Dr. Carl Hagemann (1867–1940), Frankfurt am Main, in die Sammlung des Städel aufgenommen wurde.

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