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CORREGGIO (ANTONIO ALLEGRI)

Teilentwurf für das Kuppelfresko "Die Himmelfahrt Mariens" des Domes in Parma

um 1523-25

Rötel, Feder in Braun
Inv. Nr. 395 (Erworben durch Johann David Passavant auf der Versteigerung der Sammlung König Wilhelm II. in Den Haag 1850)

25.9 × 35.8 cm

zur  Biographie

Das Kuppelfresko mit der Himmelfahrt Mariens im Dom von Parma (um 1524–30) ist das späte Hauptwerk von Antonio Allegri, der nach seinem Geburtsort, einem Dorf bei Parma, »Correggio« genannt wurde. Er zählt zu den bedeutenden italienischen Malern neben und nach Raffael, und übte mit der eleganten und sensiblen Ausdruckskraft seiner Figuren, seinen delikaten Farben und kühnen Kompositionen einen weitreichenden Einfluss, bis hin zur Barockmalerei des 17. Jahrhunderts, aus. Letzteres wird in der Kuppel des Doms in Parma besonders deutlich. Correggio füllte das weiträumige, in acht Segmente geteilte Gewölbe mit einer bewegten Menge von Engeln, Heiligen und biblischen Gestalten auf Wolken, die in einer kreisenden Bewegung die Auffahrt Mariens in den Himmel begleiten. Der augenverwirrende Illusionismus dieser Komposition, die das Gewölbe als offenen Himmel erscheinen lässt, stieß zur Entstehungszeit auf Reserve und Ablehnung, wurde aber vorausweisend für die Deckenmalerei des Barock.

Correggio muss die neuartige und ungemein schwierige Komposition mit einer großen Zahl von Zeichnungen vorbereitet haben, von denen nur eine kleine Gruppe erhalten ist. Das in Rötelkreide ausgeführte Blatt des Städel Museums, von Johann David Passavant 1850 auf der Versteigerung der Sammlung König Wilhelms II. der Niederlande erworben, ist die einzige Studie, die einen größeren Abschnitt der Komposition wiedergibt. Sie zeigt eine Gruppe von weiblichen Figuren in der Nachbarschaft Mariens, unter denen links die nackte Eva mit dem Apfel und rechts die weisende, besonders kühn verkürzte Judith zu identifizieren sind (der neben ihrem rechten Knie angedeutete Kopf des Holofernes ist im Fresko besser zu erkennen). Die Entwicklung der Komposition ist hier schon weit fortgeschritten, und Correggio legte eine Quadrierung über die Zeichnung, um den Entwurf maßstabsgerecht vergrößern zu können; dabei berücksichtigte er den Knick zwischen zwei Segmenten des Gewölbes (ganz links ist der Beginn eines weiteren Kuppelabschnitts auszumachen). Auch in diesem weit fortgeschrittenen Stadium probierte er Ergänzungen aus, wie den skizzierten Putto ganz rechts.

12345  Bewertung: (4.00)

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