RESTAURIERUNGSWERKSTATT – GEMÄLDE UND MODERNE SKULPTUR
In der Restaurierungswerkstatt werden nicht nur einzelne Kunstwerke konserviert und restauriert, sondern auch kunsttechnologische Untersuchungen für die wissenschaftlichen Bestandskataloge des Museums durchgeführt. Immer breiteren Raum nimmt hierbei die Recherche zu neu in die Kunstproduktion eingeführten Materialien und ihrem Alterungsverhalten unter musealen Bedingungen ein.
Zu den Aufgaben der Museumsrestauratoren gehört es auch, Konzepte zur Präventiven Konservierung zu entwickeln – also die Bedingungen zu optimieren, unter denen Kunstwerke aufbewahrt werden, sowohl in den Galerieräumen als auch in den Depots. Behandelt werden hier beispielsweise Fragen zu Raumklima und Lichtschutz.
Sollen Gemälde und Skulpturen an Partnermuseen ausgeliehen werden, prüfen Restauratoren zuerst, ob der Erhaltungszustand eine Ausleihe überhaupt zulässt, und veranlassen dann alle nötigen Maßnahmen, um das Kunstwerk während der Reise zu schützen. Fragile Objekte werden oftmals von Restauratoren zum Ausstellungsort begleitet.
Die oft sehr aufwendige konservatorische Betreuung von Sonderausstellungen im Städel Museum wird in enger Absprache mit der Abteilungsleitung von freiberuflich tätigen Restauratorinnen und Restauratoren durchgeführt.
WISSENSCHAFTLICHE BETREUUNG DER WERKSTATT FÜR GEMÄLDERESTAURIERUNG
Stephan Knobloch
Leiter Restaurierung – Gemälde und Moderne Skulptur
GRAFIKRESTAURIERUNG
Die Graphische Sammlung des Städel Museums beherbergt rund 100.000 Handzeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Druckgrafik aus dem 15. bis 21. Jahrhundert. Den wertvollen Bestand der Graphischen Sammlung vor schädigenden Einflüssen der Umgebung zu schützen, bleibt die Hauptaufgabe der Abteilung der Grafikrestaurierung. Schadensvorbeugende und bestandserhaltende Maßnahmen wie das Umbetten von Zeichnungen aus säurehaltigem Passepartoutkarton heraus in hochwertige und auf Alterungsbeständigkeit geprüfte Materialien gehört ebenso zur Pflege wie die Kontrolle der klimatischen Bedingungen in Tresor, Studiensaal und Ausstellungsräumen. Als grundsätzliches Prinzip gilt auch für die Grafikrestaurierung, dass alle durchzuführenden Eingriffe für notwendige zukünftige Restaurierungen reversibel sein sollen.
SCHADENPRÄVENTION
Arbeiten auf Papier, welches auf hohe Feuchtigkeit, Luftverschmutzung, mechanische Beanspruchung und Licht äußerst empfindlich reagiert, können unter geschützten Bedingungen lange Zeiträume überdauern. Eine vorrangige Aufgabe des Museumsrestaurators ist deshalb die Schadensprävention, die Schadensvorbeugung. Dazu gehören Klimakontrolle und -regulierung in den Depot- und Ausstellungsräumen, die Aufbewahrung in alterungsbeständigen Passepartouts, Mappen und Kästen sowie sichere Transport- und Verpackungsmaßnahmen innerhalb der Sammlung und für Leihgaben. Dies ist wirkungsvoller und auch weniger kostenintensiv als aufwändige nachträgliche Restaurierungen.
REVERSIBILITÄT
Als grundsätzliches Prinzip gilt auch für die Grafikrestaurierung, dass alle durchzuführenden Eingriffe für notwendige zukünftige Restaurierungen reversibel sein sollen. Dies ist nur bedingt möglich, doch werden Reinigungsmethoden, Ergänzungen und Festigungen nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen so durchgeführt, dass sie gegebenenfalls rückgängig gemacht werden können.
ÄSTHETISCHE VERANTWORTUNG
Neben der Bewahrung der Arbeiten auf Papier ist die Erhaltung der ursprünglichen, jedem einzelnen Kunstwerk eigenen Aussage sowie der künstlerischen und materialeigenen Information wichtig. Die Geschichte, die jedes Blatt prägt, und die Gebrauchsspuren, die jedes Werk aufweist, gehören ebenfalls mit zum Werk. Ziel ist es, dass Schadensbild und Restaurierung die Wahrnehmung des Betrachters nicht ablenken, sondern in den Hintergrund treten.
WISSENSCHAFTLICHE BETREUUNG DER WERKSTATT FÜR GRAFIKRESTAURIERUNG
Ruth Schmutzler
Leiterin der Werkstatt für Grafikrestaurierung









