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ALBRECHT ALTDORFER (um 1480 - 12.2.1538)

ALBRECHT ALTDORFER

um 1480 - 12.2.1538

Zeit und Ort von Albrechr Altdorfers Geburt sind nicht überliefert. Seine früheste Erwähnung stammt vom 13. März 1505, als er in Regensburg das Bürgerrecht erhielt und dabei "Maler von Amberg" genannt wurde. In Regensburg blieb Altdorfer für den Rest seines Lebens ansässig und bekleidete hier im Laufe der Zeit verschiedene städtische Ämter: 1515 saß er im Ausschuß der Wildwercherwacht, die die Bearbeitung feiner Pelze kontrollierte, 1517 wurde er Mitglied des Äußeren Rates, 1526 Mitglied des Inneren Rates. Im selben Jahr erhielt er das Amt des Stadtbaumeisters und errichtete in dieser Funktion 1527 den Weinstadel und das Schlachthaus der Stadt; wegen der drohenden Türkengefahr verstärkte er 1529/30 die Stadtbefestigungen. 1528 lehnte Altdorfer das ihm angetragene Amt des Bürgermeisters ab, da er zugesagte Gemälde vollenden müsse. 1534 schließlich wurde er zum Propst und Pfleger des Augustinerklosters bestellt. Als Ratsmitglied war er 1519 an der Ausweisung der Juden aus Regensburg beteiligt; als angesehener Künstler fertigte er bald darauf verschiedene Malereien für die Wallfahrtskirche zur Schönen Maria, die an der Stelle der abgebrochenen, von Altdorfer 1519 in zwei Radierungen festgehaltenen Synagoge entstand. Trotz dieser Arbeiten zugunsten der wenig später - etwa von Luther und Dürer - scharf kritisierten, mit Wunderheilungen lockenden Massenwallfahrt trug Altdorfer als Ratsmitglied 1525 den gegen den Klerus gerichteten Beschluß mit, die Geistlichkeit mit Steuern zu belasten, und unterzeichnete 1533 die Ausschreibung für einen protestantischen Prediger. 1535 reiste er als Gesandter nach Wien und sprach dort erfolgreich für die in Ungnade gefallene Stadt. Am 12. Februar 1538 machte Albrecht Altdorfer sein Testament, in dem er bestimmte, daß er des bis dahin üblichen Seelgeräts nicht bedürfe, und statt dessen einen vergoldeten Becher, den er seiner 1532 gestorbenen Ehefrau Anna einst als Morgengabe geschenkt hatte, zugunsten der Armen stiftete. Am selben Tag starb Altdorfer. Eine Deckfarbenminiatur im Freiheitsbuch Regensburgs von 1536, ausgeführt von Hans Mielich (1516—1573), der wohl ein Schüler Altdorfers war, zeigt das einzige bekannte Bildnis des Malers, im Kreis der übrigen Ratsmitglieder sitzend.
Albrecht Altdorfer gilt als der Hauptvertreter der sogenannten Donauschule. Sein OEuvre umfaßt Tafelbilder neben größeren Altären vor allem kleinformatige Arbeiten-, Gemälde auf Pergament, Zeichnungen, Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen; er schuf außerdem zumindest ein großes, teilweise in Fragmenten erhaltenes Wandbild für das Regensburger Kaiserbad. Mehrfach war er für Kaiser Maximilian, so bei dessen "Ehrenpforte" und den Randzeichnungen in dessen Gebetbuch, und andere Fürsten tätig, wobei sein bekanntestes Gemälde, die Alexanderschlacht von 1529, für Herzog Wilhelm IV. von Bayern gemalt wurde. Altdorfers wirtschaftlicher Erfolg zeigt sich am Erwerb verschiedener Häuser und eines Weinbergs in Regensburg. Albrechts vermutlich jüngerer Bruder Erhard war ebenfalls Künstler.
LITERATUR: Max J. FRIEDLÄNDER, Albrecht Altdorfer. Der Maler von Regensburg, Leipzig 1891; Franz WINZINGER, Albrecht Altdorfer. Graphik, München 1963; Eberhard RUHMER, Albrecht Altdorfer, München 1965; Franz WINZINGER.: Albrecht Altdorfer, Die Gemälde. Tafelbilder, Miniaturen, Wandbilder, Bildhauerarbeiten. Werkstatt und Umkreis, München/Zürich 1975; Gisela GOLDBERG, Albrecht Altdorfer. Meister von Landschaft, Raum, Licht, München/ Zürich 1988; Hans MIELKE, Albrecht Altdorfer. Zeichnungen, Deckfarbenmalerei, Druckgraphik, Ausst. Kat. Berlin, Kupferstichkabinett SMPK, und Museen der Stadt Regensburg, Berlin 1988

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