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GERARD TER BORCH (1617 - 1681)

GERARD TER BORCH

1617 - 1681

Gerard ter Borch wird 1617 in Zwolle geboren, wo er in einer wohlhabenden Familie aufwächst, die großen Wert auf die Erziehung der Kinder legt. Dazu gehört auch das Zeichnen, zumal sich auch der Vater darin übte. Die zeichnerische Begabung des Sohnes wird früh offenkundig, so daß er 1633 zu dem Landschaftsmaler Pieter Molijn nach Haarlem in die Lehre geschickt wird. Zwei Jahre später erwirbt er das Meisterrecht. Trotz ausgedehnter Reisen in den folgenden Jahren in die wichtigen europäischen Kulturzentren bewahrt er in seiner Kunst immer seine holländische Herkunft, was sich schon in der Thematik äußert: außer Portraits malt er Soldatenszenen in der Tradition von Pieter Codde. Da er sich auch in Amsterdam als Portraitist einen Namen macht, begleitet er 1646 den holländischen Gesandten zum Friedenskongreß nach Münster. Dort portraitiert er wiederum zahlreiche Diplomaten und tritt anschließend in den Dienst des spanischen Gesandten. So wird er 1648 Zeuge des Separatfriedens zwischen Spanien und Holland, was er in einem Gruppenbildnis festhält (»Der Friedensschwur von Münster«, London, National Gallery). Ab 1648 ist er in verschiedenen holländischen Städten nachweisbar, und erst 1654 läßt er sich endgültig in Deventer. nieder, nachdem er dort geheiratet hat. Er widmet sich nun bis zu seinem Tode 1681 intensiv der Genremalerei.

Als Portraitist war ter Borch in seiner Zeit gesucht und hochbezahlt. Auch seine Genrebilder waren sehr gefragt und wurden vielfach kopiert, was ihren innovativen Gehalt beweist. Von unserem Bild sind alleine 12 zeitgenössische Kopien bekannt. Als Kopf der dritten Generation holländischer Genremaler führte ter Borch diese Gattung zu einer neuen Blüte: in seiner Nachfolge stehen Maler wie Vermeer, Pieter de Hooch, Gabriel Metsu und Caspar Netscher. Anders als diese macht ter Borch nicht den Umraum zum eigentlichen Thema seiner Bilder; er reduziert sein Bildinventar radikal auf die dargestellten Personen und die notwendigsten Requisiten. Seine offenkundige Freude an der Wiedergabe der stofflichen Beschaffenheit des Dargestellten kommt an den wenigen Gegenständen seiner Bilder zum Tragen. Vor allem dieser ästhetischen Qualitäten wegen wurden und werden ter Borchs Bilder geschätzt. Jedoch hat er in seiner Eigenart des verhaltenen Ausdrucks und der sparsamen Andeutung auch der inhaltlichen Komponente große Bedeutung beigemessen.

Gerard ter Borch, Dame mit Weinglas, 17. Jahrhundert

Gerard ter Borch: Dame mit Weinglas

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