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CHARLES-FRANÇOIS DAUBIGNY (1817 - 1878)

CHARLES-FRANÇOIS DAUBIGNY

1817 - 1878

Daubigny, Charles-François, frz. Maler, Zeichner, Lithograph, Stecher, * 15. 2. 1817 Paris (54, rue Vieilledu- Temple), † 19. 2. 1878 ebd. (begr. 21. 2. 1878 Friedhof Père Lachaise neben dem Freund Camille Corot).

Sohn von Edme-François, Neffe von Amélie und Pierre, Vater von Cécile und Charles Pierre D. sowie eines Bernard D. (* 10. 11. 1853). Lebt in Paris und Courbevoie, ab 1860 abwechselnd in Paris und Auvers-sur-Oise.

Trotz der großen Bedeutung in der Gesch. der frz. Lsch.-Malerei wurde D.s maler. und druckgraph. Œuvre über längere Zeit kaum untersucht; zw. 1925 (Monogr. von Moreau-Nélaton) und den 1970er Jahren (Fidell-Beaufort/Bailly-Herzberg, P. 1975, und Hellebrandt, vollst. Gem.-Kat., Morges 1979) wurde ihm kein grundlegendes Werk gewidmet. Dieser Mangel wird allerdings durch seine Erw. in den meisten allg. Publ. zur frz. Lsch.-Malerei des 19. Jh. teilw. kompensiert. Nach 1878 in zahlr. Ausst. und Publ. präsent, wird er sowohl mit der Schule von Barbizon (obwohl er dort nur gelegentl. weilte) als auch mit dem Frühimpressionismus (den er wirklich förderte) in Verbindung gebracht.

Dennoch ist die geringe Anzahl von Monogr. verwunderl.; ähnl. wie bei Corot (jedoch in geringerem Maß in Anbetracht der umfangreichen Bibliogr.) und v.a. Virgilio Narcisso Diaz de la Peña, Constant Troyon und Théodore Rousseau liegt die Ursache wohl darin, daß D.s Werk nur unter dem Aspekt des Wegbereiters für den Impressionismus betrachtet wurde.

Obwohl er tatsächlich einer der wichtigsten Fürsprecher von Claude Monet, Auguste Renoir und Alfred Sisley war (die ihre Anregungen übrigens in D.s Lsch. fanden), muß sein Schaffen auch mit der durch sein familiäres Umfeld und die Ausb. völlig verinnerlichten Trad. der Lsch.-Malerei in der Nachf. von Nicolas Poussin, Claude Lorrain, Salomon van Ruysdael und Meindert Hobbema in Verbindung gebracht werden.

Als Mitgl. einer Maler-Fam. wird D. zum Zeichnen und zur Lsch.-Malerei angeregt: der Vater übermittelt ihm die von Jean-Victor Bertin erworbenen Kenntnisse in der klassizist. Lsch.-Malerei, Onkel Pierre und Tante Amélie sind Portr.- und Min.-Maler, die Schwester Rolande D. (oo 1834 Maler und Stecher Louis Joseph Trimolet) ist ebenfals Min.-Malerin.

Bis 1826 lebt der ständig kränkelnde Junge bei der Bäuerin Mère Bazot in Valmondois b. Auvers-sur-Oise in der n. Pariser Banlieue (cf. Fidell- Beaufort/Bailly-Herzberg, 31), wo er, bes. am Ufer der Oise, seine Begeisterung für die Natur entdeckt. Bereits sehr jung dekoriert er Nippsachen, Pendulen und gestaltet Malereien mit integriertem Uhrwerk (tableaux-horlogers; cf. Beaulieu, 188; Claretie, 276; Fidell-Beaufort/Bailly- Herzberg, 32).

Bis zum Tod der Mutter († 2. 4. 1834) lebt er dann bei den Eltern und wird wahrsch. durch familiäre Beziehungen als Restaurator im Louvre angestellt (cf. Beaulieu, 194; Boime, 188–191). Vermutl. von François Marius Granet mit der Gem.-Rest. in Versailles beauftragt (Versailles, Arch. des MN: E2270, 16. 1. 1834); wohl auch im Louvre beschäftigt. Parallel dazu kopiert er alte Meister und begegnet Jacques-Raymond Brascassat, dessen Begeisterung für die fläm. und holl. Lsch.-Maler er teilt. D. ist in der Lage, Haarrisse geschickt von Gem. zu kaschieren und geht bei der Reinigung älterer Übermalungen sehr behutsam vor; dennoch werden ihm zu starke Eingriffe in die Werke unterstellt, da ein Sündenbock gebraucht wird (cf. Beaulieu, 194), als Granet 1835 von den Prof. der EcBA wegen der Auswahl der zu restaurierenden Werke kritisiert wird; D. verläßt daraufhin die Ateliers im Louvre.

Mittlerweile hat er den Realismus und die lichterfüllte Atmosphäre der Malerei von Ruysdael, Hobbema und Rembrandt sowie die von Poussin und Lorrain etablierte frz. Trad. so weit assimiliert, daß er eine Laufbahn als Maler anstrebt. Durch den Vater bereits mit dem klassizist. Repert. vertraut, erwirbt er 1835–37 beim Historien- und Portr.-Maler Pierre Asthasie Théodore Sentiès zudem fundierte maltechn. Kenntnisse; bewirbt sich auch um die Teiln. am Wettb. um den Rompreis (Hist. Lsch.) und will zur Vorbereitung eine Reise nach Italien unternehmen. Zu deren Finanzierung arbeitet er 1835 mit an dekorativen Malereien für das Schloß in Versailles (Fidell-Beaufort/ Bailly-Herzberg, 34). Mit dem befreundeten Maler Henri Mignan, mit dem er seit mehr als einem Jahr die Wohnung teilt, reist er am 20. 2. 1836 über Fontainebleau und Nemours, von Lyon mit dem Dampfschiff nach Avignon (cf. Kopie eines eigenhändigen Briefs, Paris, Louvre: AR 10, 1–11); nach Etappen in Valence und Toulon erreichen sie zu Fuß Genua und Livorno und treffen per Schiff am 2. 4. 1836 in Rom ein.

Nach einem ca. dreimonatigen Aufenthalt dort malen sie im Sommer Lsch. in der Gegend von Subiaco. Zudem besuchen sie Frascati, Albano, Tivoli, Neapel, Florenz, Pisa, Lucca und erneut Genua; im Okt. 1836 kehren sie aus finanziellen Gründen nach Frankreich über Turin, die Alpen, den kleinen St. Bernhard-Paß und Genf (cf. Kopie eines eigenhändigen Briefs, Louvre: AR10, 1–11) zurück. Der Aufenthalt in Italien, von Kunsthistorikern, die ihre „prä-impressionist.“ Lesart von D.s Œuvre nach dieser Reise nicht ergänzen können, unterbewertet, prägte D. jedoch nachhaltig.

Ohne den Stanzen und Loggien von Raffael im Vatikan größere Aufmerksamkeit zu widmen, die er merkwürdigerweise mit Daumier verglichen haben soll (cf. Duranty, 1873), kopiert er Werke von Poussin und Lorrain und besucht Museen. Von der lichterfüllten ital. Atmosphäre ist er begeistert, und die wenigen aus Italien erh. eigenhändigen Studien (Priv.- Slg; Brooklyn/N. Y., Brooklyn Mus.) zeigen, daß er die schlichte Betrachtungsweise und den Sinn der Synthese von Corot bereits begriffen hat. Obwohl Ankäufe von in Italien ausgef. mon. Öl-Gem. dok. sind (1,95 m x 1,30m, lt. Fidel-Beaufort/Bailly-Herzberg, 35), wurde kein solches Werk lokalisiert.

D. befreundet sich auf dieser Reise mit Armand Leleux (Freund von Corot) und in Lyon mit Ernest Meissonier. Wieder in Frankreich, stellt er sich, immer noch als Schüler von Sentiès, 1837 erneut dem Wettb. um den Rompreis; nach bestandener erster Prüfung zur Zulassung scheitert er an der zweiten, der sog. „épreuve de l’arbre“ (cf. Boime, 189). Diese Niederlage relativiert sich bald durch den ersten Erfolg im Salon: 1838 nimmt die Jury eine Vue de Notre-Dame-de-Paris et de l’île Saint-Louis an.

D. lebt derzeit noch nicht von der Malerei; bestärkt von Meissonier, sichert er sich durch Stiche und Buch-Ill. Einkünfte, mit denen er erste Aktionen zur Förderung der Lsch.-Malerei finanziert. Mit Freunden und Verwandten, u.a. Trimolet, Louis Charles Auguste Steinheil, Charles Louis Geoffroy-Dechaume und Meissonier (der nicht ständig bei der Gruppe lebt), gründet er in Paris (22, rue des Amandiers Popincourt) eine Künstlerkommune, ein sog. „phalanstère artist.“; die durch Stiche und Buch-Ill. verdienten finanziellen Mittel sollen geteilt werden, um malen zu können.

D. beginnt nun auch eine Laufbahn als Stecher, erlangt damit einen gewissen Bekanntheitsgrad und verfügt über ausreichende Mittel, um die Ausb. zu vollenden und die Karriere zu fördern. Neben der Arbeit für Verleger erhält er im Nov. 1838 vom Comte de Laborde den Auftrag zu topogr. Zchngn im Park von Versailles und vom Petit Trianon, von Gegenden entlang der Eisenbahnstrecke von Paris nach Saint-Cloud und von Pariser Straßen (Briefkopien im Louvre: AR11, 25–38, Aut. 305, Aut. 306, Aut. 307).

Mehr als 150 Stiche und zahlr. Ill. (cf. Auswahl der ill. Bücher) fertigt er zumeist allein, mit Ausnahme einiger Bll. mit Figurenstaffage von Trimolet und Steinheil. Die Begeisterung für graph. Arbeiten hält während der gesamten Laufbahn an, wie einige an Rembrandt erinnernde Hw. zeigen (Voyage en Bateau. Croquis en Eaux-Fortes, P. 1862). Zu der Zeit erstrebt er immer noch den Erfolg im wichtigsten Fach der Lsch., der hist. Lsch.; um Anregungen zu finden und nach Orig.-Motiven zu malen reist er ab 1839 ins Dép. Isère und wohnt in Le Bourg-d’Oisans, wo er die mon. Darst. Der hl. Hieronymus in der Einöde vorbereitet (Amiens, Mus. de Picardie).

Der Erfolg mit diesem stark an Caruelle d’Aligny (Claude-Félix-Théodore Aligny), Edouard Bertin und Corot angelehnten Bild im Salon 1840 ermutigt D. zur erneuten Teiln. am Wettb. um den Rompreis; im Atelier von Paul Delaroche bereitet er sich vor und bewirbt sich 1841; nach der Annahme bei den beiden Vorprüfungen auf Anspruch zur Zulassung erfolgt eine Ablehnung bei der Zulassungsprüfung, da er aus Unkenntnis nicht alle formalen Bedingungen erfüllt hatte (cf. Fidel-Beaufort/ Bailly-Herzberg, 39; danach keine weitere Teiln. am Wettb.).

Fortan entwickelt D. eine eigenständigere Malweise; er arbeitet systemat. in der Natur, bevorzugt stille Plätze mit allg. Ansichten, malt realist., spontane Lsch. ohne erzähler. Aspekt, deren Zielstellung in der alleinigen Wiedergabe der Natur besteht, vor der er tiefe Ehrfurcht empfindet (cf. eigenhändiger Brief v. 27. 7. 1874, Louvre: Aut. 273, BC. b3. L12). oo 29. 12. 1842 Marie-Sophie Garnier, mit der D. auf der Pariser Ile Saint-Louis lebt (27, quai Bourbon, dann 13, quai d’Anjou).

In der folgenden Dekade stellt er regelmäßig im Salon aus, setzt sich jedoch immer noch nicht endgültig durch; gezielt vervollkommnet er seine realist. Malweise, behandelt Raum und Licht im Zusammenspiel, wählt unspektakuläre Lsch.-Motive und vermeidet überzogene Effekte. D. erkundet den ihm bis dahin unbek. Wald von Fontainebleau und das Bergland von Morvan, wo er sich zur Darst. La Vallée du Cousin, près d’Avallon (Louvre) inspirieren läßt (1848 Med. 2. Kl. im Salon).

Er kehrt auch zurück ans Ufer der Oise, in die Umgebung von Auvers-sur-Oise. Nach dieser sehr produktiven Periode bringt das Jahr 1852 eine Wende, den ersten Erfolg im Salon mit den Gem. La Moisson (Paris, Orsay) und Les Iles Vierges à Bezons, bords de la Seine (beide vom frz. Staat für das Pariser Mus. du Luxembourg erworben, heute in Nantes, MBA); entscheidender Aufenthalt bei Optevoz/Isère zus. mit Corot, bei dem D. wahrsch. bereits 1849 malte (cf. Servonnat-Favier). Sein Talent wird nun von Kritikern wahrgenommen, wenngleich nach wie vor geteilt: man rechnet ihn zwar zu den wichtigsten Lsch.- Malern seiner Zeit, stellt jedoch zugleich bedauernd fest, daß einige Werke offenbar nicht voll. sind; Grunn (1852) fragt sich z.B., warum D. nur Skizzen gestaltet; 1854 beklagt Gautier, diese Bilder seien nur Skizzen im Anfangsstadium, und daß D. sich mit einem ersten Eindruck (une première impression) begnügt (cf. Gautier, 1861).

D. bekennt sich nun offen zu seiner Malweise und dem von Corot übernommenen Sinn für die visuelle Synthese. Durch den Kontakt mit dem wahrsch. bereits seit 1835 mit ihm bek. Daumier (cf. Fidel-Beaufort/Bailly-Herzberg) und Gustave Courbet orientiert er sich an der gespachtelten Malerei der Realisten (L’Ecluse dans la vallée d’Optevoz, 1855, Rouen, MBA; Replik im Louvre, 1859). Trotz dieser innovativen Einflüsse und der Kritik von Verleumdern ist der Erfolg bei Kunstinstitutionen unbestreitbar: 1853 Med. 1. Kl. im Salon, nach dessen Abschluß Napoleon III. ein bed. Werk erwirbt (L’étang de Gylieu, près d’Optevoz, Isère, Cincinnati/Ohio, AM); 1855 Med. 3. Kl. bei der WA in Paris (Ecluse dans la vallée d’Optevoz, Rouen, MBA); 1856 erster offizieller Auftrag (Le Printemps, Orsay); 1857 und 1859 Med. 1. Kl. im Salon; 1859 Ritter der Ehrenlegion; 1861 wahrsch. durch Vermittlung des Duc de Morny Auftrag zu vier mon. Lsch. für das von Hector Martin Lefuel im Staats-Minist. (Louvre, Richelieu- Flügel) gestaltete Treppenhaus (Le Jardin des Tuileries; Le Pavillon de Flore; Les Cerfs; Le Héron, alle in situ).

Trotz dieser Erfolge bei offiziellen Institutionen ändert D. seine Arbeitsweise nicht, er malt weiter im Freien, reist in die Normandie, die Schweiz und ins Dép. Isère zus. mit Corot, auch mit Auguste Ravier, Jacques Barthélemy Appian und Armand Hubert Simon Leleux. Im Atelier (Paris, 27, rue Saint-Louis-en-l’Ile; Wohnung in Courbevoie, 12, rue de Bezons, cf. Fidel-Beaufort/Bailly-Herzberg, 47) gestaltet er dann lichterfüllte, mitunter großformatige Lsch. als Referenzen an die Orte Villerville (La Côte près de Villerville, 1855, Cleveland/Ohio, Mus. of Art) und Optevoz (Le Moulin à Optevoz, 1857, Philadelphia/Pa., Mus. of Art; La Plage de Villerville, 1875, Priv.-Slg) in der Normandie und v.a. die Uferregionen an Seine (La Seine, près de Mantes, um 1856, Brooklyn/N. Y., Brooklyn Mus.) und Oise (Paysage près d’Auvers, um 1865–70, München, BSGS, NP).

1857 richtet D. ein Le Bot(t)in get. Atelierboot ein, von dem aus er während langer Kreuzfahrten auf Seine und Oise malt (von Monet ebenfalls übernommene Idee). Als einer der ersten Künstler dieser Periode interessiert er sich nun für die fortwährenden opt. Veränderungen, die durch das Spiel des Himmels und die Spiegelung auf dem Wasser hervorgerufen werden; mit seinen z.T. im Freien gemalten, lichterfüllten Bildern wird er im Salon von einigen Kritikern „le peintre par excellence des simples impressions“ gen. (cf. Astruc, 1859).

Nach Ansicht der meisten Kritiker, z.B. Charles Baudelaire, wirken D.s Gem. jedoch so nachlässig und unbeständig wie Improvisationen (cf. Baudelaire, 1859). Im Juni 1860 erwirbt er in Auvers-sur-Oise ein Atelierhaus (heute öff. zugänglich), das er mit den Freunden Corot, Daumier, Achille François Oudinot und dem Sohn Charles-Pierre ausgestaltet.

Nach 1860 malt D. großzügiger, die Farben werden heller. Der Fortgang seiner Untersuchungen, der Erfolg bei Kunstliebhabern und die regelmäßige, völlig freie Beschäftigung mit der Stichkunst (um 1860 fertigt er 17 Glasklischees; ab 1862 Mitgl. der von Alfred Cadart gegr. Soc. des Aquafortistes) führen zu Kontakten mit der sich herausbildenden Gruppe der impressionist. Maler, die er später verteidigt. 1863, im Jahr des Salon des Refusés, triumphiert D. im offiziellen Salon mit Les Vendangeurs (Orsay) und begegnet Berthe Marie Pauline Morisot; 1865 wird er von Cadart während einer Englandreise James Abbott MacNeil Whistler vorgestellt und arbeitet in Trouville zus. mit Eugène Boudin, Courbet und Monet; als Mitgl. der Salonjury unterstützt er nachdrückl. Paul Cézanne, Camille Jacob Pissarro und Renoir.

1868 gelingt es ihm, Gem. von Pissarro, Monet, Jean Frédéric Bazille, Edgar Degas, Morisot und Renoir aufzunehmen; 1870 Austritt aus der Jury als Protest gegen die Ablehnung eines Bildes von Monet. 1867 Med. 1. Kl. bei der Pariser WA (mit neun Gem. vertreten); dennoch wird seine Faktur heftig kritisiert aufgrund von Parallelen zu mod. Malerei. 1868 Umzug in ein anderes Atelier in Paris (73, rue d’Amsterdam; Wohnung: 74, boulevard de Clichy). Neben der bevorzugten Tätigkeit an den Ufern von Seine und Oise setzt D. seine Reisen fort: 1866 erneut nach England (La Tamise à Erith, Louvre); mit zwei Bildern in der Londoner RA; 1869 kurzzeitig zus. mit dem Kunsthändler Brame in Spanien; im Krieg 1870/71 Exil in London; 1871 Aufenthalt in Holland zus. mit dem Sohn Charles Pierre (Les Moulins de Dordrecht, Detroit/Mich., Inst. of Arts); 1872 Kur in den Pyrenäen (La Mahoura le torrent dans la montagne, Cauterets, 1873, Rotterdam, BvB; La Mahoura à Cauterets, Saint-Quentin, Mus. Antoine L´ecuyer). Char. für die letzten Schaffensjahre ist ein merkwürdiges Gleichgewicht zw. unablässigem offiziellen Erfolg (1873 Offizier der Ehrenlegion; Brame investiert bis zu 10000 francs in den Ankauf von Bildern), der unstillbaren Begeisterung für die Arbeit im Freien und Angriffen gegen D.s Werke, z.B. im Salon 1874 gegen Champ de coquelicots (Ithaca/N. Y., Herbert F. Johnson Mus. of Art).

Als D. stirbt, wird er von Monet, Vincent van Gogh und Cézanne bewundert, von Händlern und Kunstfreunden vergöttert, aber definitiv mit dem Kampf für den Impressionismus identifiziert. Er ist einer der vielseitigsten Lsch.-Maler des 19. Jh., einer der wenigen klass.-trad. gebildeten Künstler, der sich im Kontakt mit der nachfolgenden Künstlergeneration weiterentwickelt.

V. Pomarède

© Allgemeines Künstlerlexikon, Internationale Künstlerdatenbank, K.G. Saur Verlag, ein Imprint der Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, München/Leipzig.

Charles-Francois Daubigny, Französischer Obstgarten zur Erntezeit (Le verger), 1876

Charles-Francois Daubigny: Französischer Obstgarten zur Erntezeit

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