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HUGO VAN DER GOES (1440 - 1482)

HUGO VAN DER GOES

1440 - 1482

Hugo van der Goes wurde vermutlich um 1440 in Gent geboren. Seine Lehrzeit und sein Lehrer sind unbekannt. Historisch faßbar wird der Maler erstmals am 5. Mal 1467 bei seiner Aufnahme als Freimeister in die Genter Malerzunft, in der er rasch wichtige Ämter bis zu dem des Dekans bekleiden sollte. Am 18. August 1475 wird der Maler das letzte Mal in den Genter Urkunden erwähnt; nicht allzu lange danach begann er sein Noviziat als Laienbruder im Kloster Roodendaele bei Brüssel. Er blieb aber unverändert als Maler tätig. 1480 schätzte er im Auftrag des Löwener Magistrats den künstlerischen Nachlaß des 1475 gestorbenen Dieric Bouts. Wenig später kam es zum Ausbruch einer schweren psychischen Erkrankung, von der sich der Maler bis zu seinem Tode 1482 nicht mehr vollständig erholen sollte. Über diese Zeit berichtet ausführlich die von einem Mitnovizen verfaßte Klosterchronik; sie enthält die ausführlichsten biographischen Angaben, die über einen niederländischen Maler des 15. Jahrhunderts überliefert sind.

Hugo van der Goes genoß schon zu Lebzeiten den Ruf eines bedeutenden Künstlers. So ging die Erinnerung an ihn auch in den nachfolgenden Jahrhunderten nicht ganz unter. Seine Erwähnung in Vasaris 1550 erschienenen Künstlerviten als Schöpfer eines großen Altars in S. Maria Nuova in Florenz stellt zugleich die früheste Verbindung zwischen dem dokumentarisch gut belegten Maler und einem seiner erhaltenen Werke dar, dem großen Altarbild mit der Anbetung des Kindes für Tommaso Portinari heute in den Uffizien in Florenz.

Auf stilkritischer Grundlage konnte so das überkommene Werk des Malers zusammengestellt werden. Angesichts der Monumentalität und psychologischen Intensität seiner Bilderfindungen, im Hinblick auf seine schöpferische Auseinandersetzung mit der niederländischen Bildtradition und auf seinen außerordentlichen Einfluß auf seine Zeitgenossen und die nachfolgenden Künstlergenerationen ist der Rang des Hugo van der Goes als der überragenden niederländischen Künstlergestalt der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts unumstritten. Demgegenüber wird die Frage der Stilentwicklung und damit zugleich die Datierung seiner Werke innerhalb der nur fünfzehn Jahre umfassenden Schaffenszeit bis heute kontrovers beurteilt.
Hugo van der Goes, Marien-Triptychon mit Madonna mit Kind und den stiftern mit empfehlenden Heiligen, um 1480

Hugo van der Goes: Marien-Triptychon

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