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JÖRG IMMENDORFF (1945 - 2007)

JÖRG IMMENDORFF

1945 - 2007

Immendorff, Jörg, Maler, Bildhauer, * 14.6.1945 Bleckede bei Lüneburg, † 28.5. 2007 Düsseldorf.

I. studierte seit 1963 an der Kunstakademie in Düsseldorf, zunächst bei Teo Otto und seit 1964 bei Joseph Beuys. Seine provokanten neodadaistischen Aktionen – 1968 gründete er mit Chris Reinecke das Aktionsprojekt "LIDL" – führten 1969 zum Verweis von der Akademie. 1968-81 arbeitete I. als Kunstlehrer, seit 1971 in Düsseldorf, und nahm später eine Gastdozentur an den Kölner Werkschulen wahr. Seit 1989 Prof. an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste/Städelschule in Frankfurt/Main, folgte er 1996 einem Ruf an die Kunstakademie in Düsseldorf.

In kritischer Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen und politischen Geschehen malte I. farbintensive, vielfigurige und sich durch bühnenhafte Inszenierung auszeichnende Bildserien, die sich u. a. mit der Geschichte Deutschlands (Café Deutschland, 16 großformatige Bilder, 1977-83) oder mit dem Künstlerbetrieb (Café de Flore) auseinandersetzen.

1972 nahm er an der documenta 5, 1976 an der Biennale in Venedig und 1982 an der documenta 7 (mit der Skulptur Brandenburger Tor) teil. Im selben Jahr eröffnete er in Hamburg-St. Pauli die "La Paloma"-Bar. Neben Bildern schuf I., der Gerhard Schröder für die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt porträtierte, expressive Plastiken (u. a. Stahlgußplastik Elbquelle, 1999, Riesa; Hyde Park Corner, 1999, Skulpturenpark Köln), gestaltete Bühnenbilder, u. a. für die Salzburger Festspiele, und illustrierte die "BILD"-Bibel. Seit Ende der neunziger Jahre veränderte er, seit 1997 an amyotropher Lateralsklerose leidend, seinen Stil und seine Thematik und schuf surrealistisch anmutende Arbeiten, in denen er (insbesondere im Motiv des Affen) häufig die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft sowie Alter und Tod reflektierte.

I. erhielt u. a. 1997 den Premio Marco 1996 des Museums für Moderne Kunst in Monterrey (Mexiko), 2000 den Preis der Kulturstiftung Dortmund, 2005 die Goldene Feder für sein Lebenswerk und 2006 den Goslarer Kaiserring; 1997 wurde er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg.

© Deutsche Biographische Enzyklopädie. Hrsg. v. Rudolf Vierhaus, K. G. Saur Verlag, ein Imprint der Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, München 2005-2008.

Jörg Immendorff, Kaltmut, 1983

Jörg Immendorff: Kaltmut

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