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ANDREA MANTEGNA (1430/31 - 1506)

ANDREA MANTEGNA

1430/31 - 1506

Mantegna muß spätestens 1430/31, vielleicht aber auch bereits einige Jahre zuvor, in Isola di Carturo bei Padua als Sohn eines Handwerkers geboren worden sein. Historisch sicher faßbar wird er im Jahre 1442" als er Schüler in der Paduaner Werkstatt des Francesco Squarcione wurde, der ihn bald darauf adoptierte. Sechs Jahre später trennten sich die beiden Maler im Streit, und Mantegna ließ sich als selbständiger Künstler in Padua nieder, wobei er sich mit Nicolò Pizzolo zusammentat, der zuvor mit Donatello in S. Antonio gearbeitet hatte. Nach der beruflichen Etablierung kam es wenig später auch zur Familiengründung: 1452, oder im Folgejahr heiratete Mantegna eine Tochter Jacopo Bellinis.
Neben den Werken Donatellos (und neben denen weiterer im Veneto tätiger toskanischer Maler) war es die künstlerische Hinterlassenschaft der Antike, die besonderen Eindruck auf Mantegna gemacht hat, wie sein (Euvre bezeugt. Vor den späten 1440er Jahren ist allerdings kein Werk Mantagnas bekannt; das signierte Leinwandbild des Markus im Städel gehört zu seinen frühesten erhaltenen Arbeiten. Nur urkundlich überliefert ist sein erster Auftrag für ein Altarbild, das 1447/48 für Santa Sofia in Pachia entstand. Dank der in großer Vollständigkeit erhaltenen Archivbestände in Padua und Mantua (wohin Mantegna als Hofmaler der Gonzaga 1460 übersiedelte) ist sein weiterer Lebensweg sowie ein großer Teil seiner Werke gut dokumentiert.
Der erste bedeutende Auftrag, den Mantegna (mit seinem Partner Pizzolo, der allerdings schon 1453 ums Leben kam) in Padua erhielt, betraf einen Teil der Wandmalereien in der Ovetari Kapelle in der Eremitani Kirche, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurden. Der Vertrag datiert vom Mai 1448 doch die Ausführung des monumentalen Bilderzyklus zog sich bis 1457 hin, wobei Mantegna zwischenzeitlich eine Reihe weiterer Werke ausführte, darunter 1453/54 den Lukas Altar, heute in der Brera in Mailand, sowie zwischen 1456 und 1459 das Altarwerk für S. Zeno in Verona.
Als Hofmaler der Gonzaga verpflichtete sich Mantegna, nur mehr ausschließlich für seine fürstlichen Auftraggeber tätig zu werden. Im Anschluß an die heute verlorene Ausmalung der Kapelle im Castello di S. Giorgio war der Künstler zwischen 1465 und 1474 mit dem Projekt der sogenannten "Camera degli Sposi" im Mantuaner Palazzo Ducale beschäftigt. Gleichfalls für die Gonzaga entstand seit den späten 1480er Jahren die Serie der Triumphe Cäsars, heute in der Royal Collection in Hampton Court. Ihre Ausführung zog sich bis ins frühe 16. Jahrhundert hin, unterbrochen von einem kurzen Rom Aufenthalt von 1458 bis etwa 1490, als der Künstler im Auftrag Papst Innozenz VIII. die bereits im 18. Jahrhundert zerstörte Belvedere Kapelle im Vatikan ausmalte. 1495/96 entstand die "Madonna della Vittoria", heute im Louvre, zur Feier des Sieges von Francesco Gonzaga über die Franzosen. Erneut für das Mantuaner Castello di S. Giorgio, nämlich für das hier befindliche Studiolo der Isabella d'Este, lieferte Mantegna 1495/97 und 1499/1502, zwei Allegorien, den "Parnaß" und "Pallas Athene vertreibt die Laster", beide heute im Louvre.
Zahlreiche Werke Mantegnas sind durch zumindest teilweise eigenhändig ausgeführte druckgraphische Arbeiten vervielfältigt und dadurch in ganz Europa bekannt geworden. Nicht zuletzt dadurch ist er zu einem der einflußreichsten Künstler des italienischen Quattrocento geworden. Hierzu trug auch sein ausgeprägtes Interesse an der Kultur der Antike bei, schließlich seine überragende Fähigkeit zu narrativer Darstellung und perspektivischer Gestaltung. Außer als Maler war Mantegna gelegentlich auch als Architekt und Bildhauer tätig.

Andrea Mantegna, Der Evangelist Markus, um 1450, Foto: Artothek

Andrea Mantegna: Der Evangelist Markus (Detail)

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