Zurück zur Übersicht

PAULA MODERSOHN-BECKER (1876 - 1907)

PAULA MODERSOHN-BECKER

1876 - 1907

Modersohn-Becker, Paula, geb. Becker, Malerin, * 8.2.1876 Dresden, † 20.11.1907 Worpswede.

Die Tochter des 1888 nach Bremen übergesiedelten Baurats Carl Becker besuchte seit Herbst 1896 die "Zeichen- und Malschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen". Angeregt durch die neue Landschafts- und Kunstauffassung zog sie 1898 in die Künstlerkolonie Worpswede (bei Bremen) und nahm Korrektur-Stunden bei Fritz Mackensen. Bedeutsam für M-B. wurde die Freundschaft mit Clara Westhoff (später verh. Rilke). Dem ersten Aufenthalt in Paris folgten weitere in den nächsten Jahren. Gespräche und Freundschaft mit Rainer Maria Rilke und dem Ehepaar Lee und Bernhard Hoetger vertieften den Eindruck der Moderne. Im Mai 1901 heiratete sie Otto Modersohn und übernahm die Mutterrolle für dessen Tochter Elsbeth. M.-B.s Werke waren selbst bei engen Freunden wie Heinrich Vogeler kaum bekannt. Nach Gedanken an eine Trennung von ihrem Mann 1906 war sie im September desselben Jahres bereit, in die Ehe und nach Worpswede zurückzukehren. Sie starb kurz nach der Geburt ihrer Tochter Mathilde an einer Embolie.

Nach vernichtender Kritik durch Arthur Fitger 1899 zog sich M.-B. von der Öffentlichkeit zurück, verfolgte jedoch selbstbewußt und experimentierfreudig ihre Malerei. Sie wollte die Menschen in der Landschaft "mit Runenschrift schreiben", d. h. auf das Wesentliche vereinfachen und zugleich die formbetonenden Elemente des Bildaufbaus stärken. Schnell wuchs sie über die Kunst der Worpsweder Künstlerfreunde hinaus, indem sie Berliner und insbesondere Pariser Eindrücke der neuen Flächenformen mit dem "großen Stil der Farben" verband. Die Porträts von Rilke, Werner Sombart und Lee Hoetger mit ihren auf wenige Grundformen reduzierten, fast maskenhaften Gesichtern lassen in ihrer Radikalität Vergleiche zu den ersten kubistischen Werken von Picasso zu.

Die Kunsthalle Bremen organisierte 1908 eine Gedächtnis-Ausstellung. 1927 eröffnete Ludwig Roselius in der Böttcherstraße in Bremen das Paula Becker-Modersohn-Haus. 1979 wurde die Paula Modersohn-Becker Stiftung durch die Tochter Mathilde gegründet.

Wulf Herzogenrath

© Deutsche Biographische Enzyklopädie. Hrsg. v. Rudolf Vierhaus, K. G. Saur Verlag, ein Imprint der Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, München 2005-2008.

Paula Modersohn-Becker, Mädchenkopf, um 1905

Paula Modersohn-Becker: Mädchenkopf (Detail)

Mehr

E-Card versenden


* Pflichtfeld

Absender:






Empfänger:








Nachricht:



Copyright © 2014 Städel Museum. Alle Rechte vorbehalten.