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EDVARD MUNCH (1863 - 1944)

EDVARD MUNCH

1863 - 1944

Der Mensch und Maler Edvard Munch ist geprägt von Konfrontationen mit Tod und Wahnsinn während seiner frühen Kindheit. 1863 im norwegischen Löten geboren, wächst er in der Hauptstadt Kristiania, dem heutigen Oslo, als eines von fünf Kindern eines Militärarztes auf. Fünfjährig erlebt er mit dem Tod der Mutter ein Trauma, das sich wiederholt, als er sieben Jahre später seine Schwester Sophie verliert. Seine jüngere Schwester Laura wird aus einer religiösen Übersteigerung heraus schließlich geisteskrank. Edvard selbst ist ein ausgesprochen sensibles, häufig kränkelndes Kind.

Nach einem abgebrochenen Ingenieurstudium beschließt er 1880, Maler zu werden und besucht verschiedene private Kunstschulen. Prägend ist sein Kontakt zur Künstler- und Literaten-Bohème von Kristiania  um Christian Krohg und Hans Jaeger. 1885 kommt er zum ersten Mal nach Paris, wohin er immer wieder für einige Monate zurückkehren wird. Er setzt sich dort mit dem Impressionismus auseinander, doch von entscheidendem Einfluß ist das Werk von van Gogh und Gauguin, die ihre Bilder ganz auf der Ausdruckskraft der Farbe aufbauen. Munchs Ausstellung 1892 in Berlin gerät zu einem epochemachenden Eklat und muß nach einer Woche geschlossen werden. Doch markiert sie den Beginn der Moderne in Berlin - denn in avantgardistischen Kreisen wird Munchs Werk wie eine Offenbarung aufgenommen. Die folgenden Jahre in Berlin sind für seine künstlerische Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Unter dem Einfluß der dortigen literarischen Avantgarde um August Strindberg richtet er sein Interesse auf die subjektive Gefühlswelt. Es entsteht die Idee zu seinem "Lebensfries", in den er später zahlreiche Bilder aufnimmt, die den Kern seines Schaffens ausmachen. "Aus dem modernen Seelenleben - Dichtung über Leben, Liebe und Tod'' nennt Munch diesen Lebensfries. Mit dieser Wendung nach innen wird er zu einem Wegbereiter des Expressionismus.

Als Portraitist ist Munch seit der Jahrhundertwende äußerst beliebt, Erfolge und Ausstellungen häufen sich. Stets auf Reisen, führt er ein wahres Vagabundenleben. Nach einem Nervenzusammenbruch 1907/1908 wird er seßhaft, zieht sich zurück aufs Land und wendet sich neuen Themen - etwa Arbeiterbildern - zu. Doch die Thematik des modernen Seelenlebens sollte für ihn immer bindend bleiben. Nun aber steht für ihn die Malerei im Vordergrund. Nachdem ihm in den letzten Jahren ein Augenleiden die Arbeit erschwert, stirbt er 1944 auf seinem Gut Ekely.

Edvard Munch, Die Gasse, 1895, © The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

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Edvard Munch, Eifersucht, um 1913, © The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

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